Montag, 24. Februar 2014

Diamanthochzeit Hans und Magda Visse



-krk-RHEINE-ELTE. „Langweilig ist uns in den 60 Jahren nie geworden“, sagt Magdalena Visse die jetzt zusammen mit ihrem Mann Hans das wirklich seltene Fest der diamantenen Hochzeit feiert. Glaube, Hoffnung und Liebe befähigten die beiden Elteraner, dass sie nicht nur die Freuden, sondern auch die Schattenseiten des Lebens bewältigen konnten.
Es ist eine lange Zeit, aber die vergeht so schnell, man glaubt es kaum“, fasst die Jubilarin sinnierend beim Rückblick auf die gemeinsamen 60 Jahre zusammen und blickt dabei liebevoll zu
ihrem Mann hinüber, gleich so, als ob er ihr das bestätigen soll. Die beiden haben zusammengehalten, haben einiges mitgemacht in Freud und Leid und waren dennoch immer zufrieden.
Kennengelernt haben sich der Bäckermeister und die Bürohilfe 1947 auf dem Stiftungsfest vom Sportclub Rheine 09 in Rodde. Der damals 19-Jährige saß ganz allein in der Gartenanlage als ihn ein hübsches junges Mädchen ansprach. „Was sitzt du denn hier so alleine“, fragte ihn das temperamentvolle Mädel. Genau in diesem Augenblick verliebte sich Hans Visse bereits in die junge Frau. „Den Blick den Magda mir dabei zuwarf werde ich im Leben nicht vergessen, diese Augen sprühten nur so“, schmunzelt der heutige 84-Jährige. „Dabei wollte ich zu dem Zeitpunkt überhaupt nichts von ihm wissen“ wirft seine heutige Frau „Magda“ ein. Die 18-Jährige war mit ihrem damaligen Freund zum Stiftungsfest gekommen, tanzte zwar auch mit Visse aber zeigte sonst keinerlei Interesse an ihm.
Da es für den gebürtigen Rheinenser aber ganz klar „Liebe auf den ersten Blick“ war, stand es für ihn fest das er um Magdalena kämpfen würde. Da er wusste wo das Mädel wohnte fuhr er immer wieder zu ihr und machte ihr den Hof. So kam es das sich die beiden 1952 verlobten. „Hartnäckigkeit zahlt sich eben aus“, sagt der Jubilar und fährt lachend fort: schließlich bin ich vom Sternzeichen her Stier!“
Als 1954 seine jüngere Schwester Annie heiraten wollte, machte ihm seine Mutter „Toni“ den Vorschlag doch gemeinsam zu feiern. Und so kam man überein eine Doppelhochzeit zu feiern. „Das war schon was Besonderes damals. Ich weiss noch das der 23. Februar 54 ein sehr kalter Tag war“, erinnert sich „Magda“ Visse und strahlt dabei mit der Sonne um die Wette, die gerade durch das Fenster auf ihren Lieblingssessel, gleich neben dem ihres Mannes, scheint. Es folgte die Geburt ihrer Tochter r (1955) und ihres Sohnes Hans (1961).
Hans Visse (Senior) der schon früh die Bäckerei und das Lebensmittelgeschäft seines Vaters Willi Visse übernehmen musste hatte nun Hilfe von Seiten seiner Frau. So das in den 60 ziger Jahren weitere Lebensmittelfilialen folgten. Als seine Mutter Antonia ihm auch die Gaststätte überschrieb verkaufte er die Läden und das Paar übernahm die Leitung der Kneipe. „Dabei wollten wir das eigentlich gar nicht“ erinnert sich Magdalena Visse. Sie zogen nach Elte wo sie mit ihren Kindern und den Eltern von „Magda“ ein Haus bauten.
Eine große Leidenschaft von Hans Visse war der Taubensport, in dem er unzählige Preise durch Wettflüge und Züchtung gewann. Auch baute er, direkt neben seinem Haus, die erste Brieftaubenzuchtstation in ganz Deutschland auf, in der bis zu 2500 Tauben lebten. „Magda“ hingegen widmete sich auch gerne dem „verkuppeln“ von Paaren. „Dafür hatte ich schon immer ein Händchen“, lacht die quirlige Rentnerin.
Fast jedes Jahr verbrachte das Paar etwa zwei Wochen auf den kanarischen Inseln, in Malaga oder aber auch in Djerba und gönnte sich dort eine Auszeit. Als beide sich zur Ruhe setzten, war dann sowohl mit den Tauben als auch mit der Heiratsvermittlung Schluss, auch die Reiseziele veränderten sich. „Wir fahren jetzt lieber mal zu unseren Kindern“, so Hans Visse
Das Miteinander war für das Paar immerbestimmendes Lebensmotto und hatte in ihrem Leben Priorität. Auf die Frage, ob die beiden ein paar Tricks auf Lager hätten, wie man es schafft, so lange eine glückliche Ehe zu führen, zucken sie mit den Schultern. „Man muss halt manchmal den Kopp unter den Arm nehmen!“, sagt „Magda“. Wenn man eine Meinungverschiedenheit hatte, sollte man wieder aufeinander zugehen. Und: „Vor dem Schlafengehen wieder vertragen!“


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