Dienstag, 10. Februar 2015

99. Geburtstag von Albert Overesch


-krk- Gesellig das war Albert Overesch schon immer. Aber mit so viel Andrang zu seinem 99. Geburtstag hatte selbst er nicht gerechnet. Bereits am frühen Vormittag kamen seine 9 Kinder und 12 Enkel zu Besuch und freuten sich
mit ihm über das seltene Fest. Dann folgten Nachbarn, Pastor Pana und weitere Verwandte und Bekannte die es sich ebenfalls nicht nehmen lassen wollten dem ältesten Elteraner zu gratulieren. „So gegen 22 Uhr war ich dann auch ordentlich müde. So viel Rummel um meine Person bin ich nicht gewohnt“, berichtet der Rentner gut gelaunt.

Albert wuchs mit vier Brüdern auf dem 80 Morgen großem Kötterhof seiner Eltern, an der Elter Feldkante, auf. Eigentlich wollte er nach der Volksschule studieren doch der 2. Weltkrieg machte ihm einen dicken Strich durch seine Rechnung. Zuerst kam er zur Kavallerie und musste in die Ukraine. Bei einem Granatangriff, so erzählt er, habe ihm ein Kamerad das Leben gerettet. „Da hatte ich richtig Glück“, erinnert sich der Elteraner. Schwer verletzt wurde er trotzdem und kam ins Lazarett. Nach seiner Genesung wurde er zur Panzerdivision versetzt, wo er als Bote des Kommandeurs ständig mit dem Motorrad unterwegs war. Kurz vor Kriegsende hatte Overesch dann mit seinem Krad einen Zusammenprall mit einem T-34. Ein russischer Panzer, der zu Alberts Glück einen Kettenschutz trug. Denn als er mit seinem Vehikel ins Schleudern kam schlidderte er genau in diesen hinein. „Sonst hätte ich bestimmt nicht überlebt“, so der Kriegsveteran. Allerdings zog er sich dabei schwerste Kopfverletzungen zu und verlor fast sein Augenlicht. Die englische Gefangenschaft überstand der unerschütterliche Optimist, der auch in dunkelsten Zeiten immer an ein Licht der Hoffnung glaubt, unbeschadet und konnte nach Kriegsende endlich in die Heimat zurückkehren.

1954 heiratete er seine Frau Elisabeth. Zusammen bekamen sie 9 Kinder darunter auch ein Zwillingspaar. Unermüdlich war er von früh bis spät unterwegs und engagierte sich ehrenamtlich in vielen Vereinen. Doch vor allem der Karneval hatte es ihm angetan. Er gründete den Karnevalsverein KES (Karneval Elte Süd) der heutigen KGE (Karnevalsgesellschaft Elte) und hob die Karnevalszeitung aus der Taufe. „Die erste Zeitung hatte vier Seiten die hab ich alle mit zwei Fingern auf der Schreibmaschine getippt“ erinnert sich Overesch schmunzelnd. Er kümmerte sich um Sponsoren und sammelte sämtliche Anekdoten die in dem beschaulichen Dörfchen so passierten. Bereits im nächsten Jahr bestand die Zeitung aus 30 Seiten und brachte einen Erlös von 1000 DM. Büttenredner war er selbstverständlich auch und als er 1979 Karnevalsprinz wurde, übernahmen seine Zwillinge Maria und Elisabeth die Funktion der Tanzmariechen. Und einmal damit angefangen hatte der Verein bereits in nächsten Jahr seine eigene Tanzgarde.
Inzwischen hört und sieht Alber immer schlechter und hat sich deshalb aus dem Vereinsleben zurück gezogen. Doch für ihn ist das kein Grund Trübsal zu blasen. Er hält sich mit Frühsport fit, nimmt regelmäßig an der Aktion „Verreisen ohne Koffer“ und am Seniorencafe in Elte teil. Wie topfit Albert für sein Alter ist, beweist die Tatsache, dass er regelmäßig auf einen Stuhl steigt um seine Wohnzimmeruhr aufzuziehen. Und auf die Frage nach dem Geheimnis seines hohen Alters antwortet er verschmitzt: „Man darf das Luft holen nicht vergessen!“

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