Donnerstag, 26. Februar 2015

Einschulung vor 40 Jahren


-krk- In der Grundschule Elte sitzen am frühen Samstagabend Frauen und Männer in gemütlicher Runde rege plaudernd zusammen. Es fällt auf, dass die adrett gekleideten Damen und Herren etwa gleichen Alters sind. Es sind Mitte Vierziger: Sie haben sich hier zum Klassentreffen versammelt.
Wer hat an der Uhr gedreht? Das mochte sich manch einer der
ehemaligen Schüler gefragt haben, als er seine Klassenkameraden nach so langer Zeit wiedertraf. „Es ist erschreckend, wie schnell die Zeit vergeht“, stellte Organisator des Jubiläumstreffens, Rainer Sendker, fest. Er ist einer von ehemals 32 Schülern, die 1975 in der Ludgerusschule Elte eingeschult wurden. Nach langer Recherche konnte er jetzt 27 Mitschüler zusammentrommeln, um gemeinsam mit ihrer Lehrerin Marianne Teigelkamp in den Räumen der Grundschule Erinnerungen zu wecken. „Die Adressen herauszufinden war teilweise ganz schöne Detektivarbeit. Die wenigen, die fehlen, haben zumindest gute Entschuldigungen“, führt er lachend an.


Die erste gemeinsame Unternehmung an diesem Abend war dann ein Klassenfoto wie vor 40 Jahren. Uschi Teigelkamp übernahm dabei die Regie und platzierte jeden der ehemaligen Schüler auf den Platz wo er zur damaligen Zeit auch gestanden hatte. Das führte zu den ersten herzhaften Lachern, denn keiner der Ehemaligen hatte schließlich die Statur wie vor 40 Jahren. So mancher Mann musste nun in die Knie gehen damit Frau dahinter nicht völlig unterging. Bei einigen kamen dann sogar Hilfsmittel wie eine Kiste Bier unter den Füßen zum Einsatz.
Nach dem Foto durften sich alle in Zweierreihen aufstellen und an den Händen fassen, bevor es nun in die Klasse ging. Die begehrteste Gesprächspartnerin in der anschließend stattfindenden Plauderrunde war selbstverständlich Klassenlehrerin Marianne Teigelkamp. Ihre Augen leuchteten auf, als die 83-Jährige Erinnerungen an ihre Klasse aufkommen ließ. „Es war für mich eine sehr schöne Zeit. Ich habe sie als positive Klasse in Erinnerung. Wir haben vieles gemeinsam unternommen“, sagt sie. Auf die derzeitige Schulsituation in Elte befragt, meinte die Pensionärin: „Es tut schon weh, wenn man sieht, das es mit der Schule bergab geht. Es fehlen einfach die Schüler.“
Geschichten haben aber auch die ehemaligen Schüler zu berichten – alte und neue. Sie erzählen von ihren Familien und erinnern sich an die aufregende Schulzeit. „Schließlich haben wir eine wichtige Zeit in unserer Entwicklung gemeinsam verbracht.“ Das alle in Erinnerungen schwelgen und sich rege austauschen würden, hatten Rainer Sendker erwartet, das einige aber bis 6 Uhr morgens durchhielten und gar nicht genug davon kriegen konnten, überraschte dann auch ihn.
Das muss wohl an unserem Weltenbummler Frank liegen, der hat ja immer irgendwie Jetlag“, schmunzelte der Elteraner und fährt lachend fort: der hatte übrigens auch die weiteste Anreise, ich glaub der war gerade in Hanoi, oder war das Laos oder doch eher Chile, Albanien oder Marokko? - ach egal - Hauptsache er war dabei.“


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