Dienstag, 26. Mai 2015

Hier kennt Jeder jeden


-krk-Von einer Schießbude und einem Autoskooter war auf der Elter Kirmes in diesem Jahr nichts zu sehen. Und so fehlte der gesamten Dorfjugend ihr heißgeliebter Treffpunkt. Auch der ortsansässige Gastwirt Markus Wältring, der schon seit Jahrzehnten einen Getränkestand
auf der Elter Kirmes betreibt, hatte einen Rückzieher gemacht: „Es lohnt sich einfach für mich nicht mehr.“

Zwar gab es einige neue Schausteller auf dem Elter Dorfplatz, aber trotz bestem Kirmeswetters brachten auch die nicht den besonderen Kirmes-Flair nach Elte. Und so war der Rummelplatz wieder einmal nicht gut besucht. „Der Samstag fing vielversprechend an, aber heute ist es leider nur durchwachsen“, sagte Pascal Leding am Sonntagnachmittag. Der Elteraner betreibt einen Süßwarenstand und genießt endlich mal wieder Heimvorteil: „Zum Glück habe ich keinen langen Anfahrtsweg und außerdem kenne ich natürlich viele Elteraner. Da ist immer Zeit für ein Schwätzchen und wenn man schon so gemütlich beisammen steht, wird auch gleich noch was Süßes gekauft.“

Beim „Entenangeln“ und beim Kinderkarussell konnten sich die Kleinsten vergnügen. Doch es kommt der Zeitpunkt, da wollen Kinder vom Karussell auf den Autoskooter wechseln. Nur war das eben nicht mehr möglich und die Dorfjugend guckte somit in die Röhre. „Ich finde das wirklich schade“, sagt Harald Grotke. In seiner Kindheit und Jugend sei der Autoskooter schon immer der zentrale Treffpunkt der Kirmes gewesen. „Wenn man jemanden suchte, fand man ihn früher oder später dort.“ Man sei auch hingegangen, um die neuste Musik zu hören oder um einfach nur abzuhängen. 


Die Abwesenheit des Autoskooter kam aber ganz offensichtlich dem Piratenschiff „Columbus“ zu Gute. Hier war oftmals die ganze Schiffschaukel besetzt. Das die Kirmes ganz schön ins Geld gehen kann, merkte Hugo Albers am neuem Getränkestand: „Das  Bier kostet 2,50 Euro dazu kommt noch 1 Euro Pfand, das ist ganz schön überteuert.“
Mandy Prohmehl ist zusammen mit ihrem Mann Carsten und Töchterchen Isabella auf der Kirmes unterwegs. Bei ihr merkt man das die Elteraner ihre Kirmes behalten wollen. „An uns liegt es nicht das hier so wenig los ist, wir haben schon reichlich für Umsatz gesorgt“, sagt sie lachend. Die gebürtige Berlinerin lebt inzwischen gerne in dem kleinen Dörfchen. „Hier kennt jeder Jeden das finde ich klasse!“

Die Kirmes hat ihren Flair verloren, damit Elte aber nicht seine Kirmes verliert, müssen nun neue Ideen her.

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