Montag, 15. Februar 2016

100. Geburtstag von Albert Overesch


-krk- „Wie schön, dass Sie gekommen sind!“ Als Kavalier alter Schule lässt es sich Albert Overesch nicht nehmen, zur Begrüßung aufzustehen. Er strahlt eine Herzlichkeit und Lebendigkeit aus, dass man sich
verwundert fragt, ob man wirklich bei einem 100-Jährigen ist. Ja richtig gelesen: Dieser Mann, der in ganz Elte eigentlich nur unter dem Namen „Zick“ bekannt ist, wird heute 100!

Am 4. Februar 1916 in Elte geboren, verbrachte Albert Overesch seine Kindheit in dem kleinen, beschaulichen Dorf, wo er mit vier Brüdern auf dem 80 Morgen großem Kötterhof seiner Eltern, an der Elter Feldkante, aufwuchs. Eigentlich wollte er nach der Volksschule studieren doch der 2. Weltkrieg machte ihm einen dicken Strich durch seine Rechnung.


Zuerst kam er zur Kavallerie und musste in die Ukraine, danach wurde er zur Panzerdivision versetzt, wo er als Bote des Kommandeurs fungierte. Dort hatte er einen schweren Zusammenprall mit einem Panzer, der zu Alberts Glück einen Kettenschutz trug. Denn als er mit seinem Vehikel ins Schleudern kam schlidderte er genau in diesen hinein. „Sonst hätte ich bestimmt nicht überlebt“, so der Kriegsveteran. Rr zog sich dabei allerdings schwerste Kopfverletzungen zu und verlor dadurch fast sein Augenlicht. Die englische Gefangenschaft überstand der unerschütterliche Optimist, der auch in dunkelsten Zeiten immer an ein Licht der Hoffnung glaubt, unbeschadet und konnte nach Kriegsende endlich in die Heimat zurückkehren.

1954 heiratete er seine Frau Elisabeth. Zusammen bekamen sie 9 Kinder darunter Maria und Elisabeth, ein Zwillingspaar. Unermüdlich war er von früh bis spät unterwegs. Und da Zick schon immer sehr gesellig war engagierte er sich in vielen, von ihm mitgegründeten, Vereinen. Doch vor allem der Karneval hatte es ihm angetan. Und so hob er 1972 den Karnevalsverein KES (Karneval Elte Süd) die heutige KGE (Karnevalsgesellschaft Elte) aus der Taufe. Dort war er aber nicht nur Gründungsmitglied sondern auch Büttenredner. Mit seinen Späßen, Dönekes und Anekdoten kam er bei den Elteranern immer gut an.

 Eine Karnevalszeitung in Elte zu etablieren war ebenfalls seine Idee und so entstand 1979 das 1. Exemplar mit dem Namen „Twäers duer Iälte“.

Die Zeitung hatte damals nur vier Seiten die hab ich alle mit zwei Fingern auf der Schreibmaschine getippt“ erinnert sich Overesch schmunzelnd. Er sammelte sämtliche Anekdoten die in dem beschaulichen Dörfchen so passierten, kümmerte sich aber auch gleichzeitig um Sponsoren und klapperte dabei ganz Elte und Mesum ab. Nachdem 32 Sponsoren gefunden wurden, konnte der Ofen im Keller von Heínz Schrader angeheizt werden und die beiden Männer waren nächtelang nur damit beschäftigt mit Stempel und Stempelkissen und einer alten Olympia Schreibmaschine die Zeitung zu erstellen. „Das war unglaublich viel Arbeit dass kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, so der rüstige Rentner.

Bereits im nächsten Jahr bestand die Zeitung übrigens schon aus 30 Seiten und brachte einen Erlös von 1000 DM. Als „Zick“ 1979 Karnevalsprinz wurde, übernahmen seine Zwillinge Maria und Elisabeth die Funktion der Tanzmariechen. Und einmal damit angefangen hatte der Verein bereits in nächsten Jahr seine eigene Tanzgarde.

Inzwischen hört und sieht Albert immer schlechter und hat sich deshalb aus dem Vereinsleben zurück gezogen. Doch für ihn ist das kein Grund Trübsal zu blasen. Er hält sich mit Frühsport fit, nimmt regelmäßig an der Aktion „Verreisen ohne Koffer“ und am Seniorencafe in Elte teil. Wie topfit Albert für sein Alter ist, beweist die Tatsache, dass er auf Familienfesten und Geburtstagsfeiern immer noch gerne ein kleines Tänzchen aufs Parkett legt. Das wird er wohl auch heute bei seiner Geburtstagsfeier tun, wenn ihm nicht nur die vielen Freunde, Nachbarn und Bekannte sondern auch seine 9 Kinder und die zahlreichen Enkelkinder gratulieren. „So viel Rummel nur um meine Person, das bin ich gar nicht gewohnt“, sagt der rüstige Rentner mit einem verschmitzten Lächeln auf den Lippen.

An dieser Stelle auch von mir Herzlichen Glückwunsch, Albert!

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