Sonntag, 6. März 2016

Krötenwanderung

 
-krk-. Ungewiss bleibt, ob der Winter mit Schnee und eisigen Temperaturen jedes Jahr unsere Region erreicht. Aber auf etwas ist Verlass – pünktlich mit ansteigenden Nachttemperaturen und feuchten Witterungsverhältnissen beginnt die jährliche Laichwanderung von Kröten. 
 
Die Tiere, die den Winter eingegraben im Waldlaub und in Erdhöhlen verbracht haben, warten derzeit auf den
richtigen Zeitpunkt, ihre Wanderung zu ihrem Laichgewässer zu beginnen. Milde Nachttemperaturen über 5 Grad Celsius und feuchte Witterung sind ideale Voraussetzungen für den Beginn dieser Reise“, erklärt Sigrid Popp-Drescher. Die Tierfreundin versucht in jedem Jahr diesen Zeitpunkt voraus zu sehen um rechtzeitig die rund 200 Meter Amphibienzaun an der Südstraße in Elte aufzubauen und dadurch die wandernden Frösche und Kröten vor dem sicheren Verkehrstod zu schützen.

Die ersten 30 Kröten mussten wir schon vor etwa 14 Tagen einsammeln, da war es ganz plötzlich wärmer geworden“, sagt sie. Doch schon am nächsten Tag kam es wieder zum Erliegen der Wanderung weil zahlreiche Nächte mit Niedrigtemperaturen folgten. „Zum Glück“, berichtet die Elteranerin. Denn noch steht der Zaun nicht. Der soll nun am kommenden Samstag ab 10 Uhr aufgebaut werden. Zwar hat Sigrid Pop Drescher Unterstützung von ihrem Mann und einigen Nachbarn, doch Helfer könne sie immer gebrauchen. Schließlich muss nicht nur der Zaun aufgebaut und alle fünf Meter ein Eimer eingegraben werden. Jeden Morgen und Abend läuft das Paar an den Zäunen entlang laufen und sammelt Kröten ein, um sie dann zu dem alten Ausläufer der Ems zu bringen.
Wir machen das jetzt im 6. Jahr“, sagt Sigrid Popp Drescher und freut sich über den Erfolg den ihre Mühe und Arbeit trägt. Zu Beginn der Aktion seien es etwa 400 Kröten gewesen, die sie gerettet habe, im letzten Jahr sei dann die Tausendermarke gesprengt worden. „An dem Bestand merkt man dass sich unsere Arbeit auszahlt“, sagt die engagierte Frau begeistert. Sie sei schon gespannt wie viele Tiere es in diesem Jahr schaffen werden. 
 
Die Tierschützerin macht aber auch noch einmal darauf aufmerksam das: „Viele Amphibien sterben, auch wenn sie nicht direkt von einem Auto überrollt würden. Der Luftdruck schnell vorbeifahrender Fahrzeuge sei oft so groß, dass die inneren Organe der Tiere platzen. Bereits ab 30 Stundenkilometern sei der Luftdruck tödlich. Nur Slalom zu fahren, helfe daher nicht. Besser sei es, das Tempo zu drosseln, sobald Kröten auf der Straße sind.
Wer Popp-Drescher helfen möchte, sei es mit körperlicher Unterstützung oder etwas Zaun zur Verfügung stellen möchte, sollte also am Samstag ab 10 Uhr zur Südstraße kommen.



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