Mittwoch, 12. April 2017

Ausstellung des Rheiner Schiffsmodellbau Clubs

 
-krk-GELLENDORF. Wer die Augen schließt und ein wenig Phantasie mitbringt, hört die Rahen knarren, spürt den Wind auf der Haut und schmeckt die salzige Gischt, die über die Reling sprüht. Er steht, zumindest gedanklich, auf den
Teak-Planken eines der vielen historischen Schiffe, die am vergangenen Wochenende, bei der Ausstellung des Rheiner Schiffsmodellbau Clubs e.V. im Pfarrheim in Gellendorf zu sehen waren.

Zwei Tage lang haben die Besucher die zahlreichen Exponate begutachtet. „Der Wert der Schiffe und Boote lässt sich nicht beziffern“, sagt Modellbauer Ralf Dieter Krause, dessen historische Koggen und prächtigen Segleer einen großen Teil der Ausstellung einnehmen. Doch vor allem das deutsche Schlachtschiff „Bismarck“, sein aktuelles Projekt, sticht schon allein durch seine Größe ins Auge. 

„Das ist mein Meisterstück“, verrät der ehemalige Berufssoldat stolz. Schon lange bastelt der Gellendorfer an dem Kriegsschiff. Wie lange genau kann er nicht sagen. Seine Detailtreue führt dabei so weit, dass selbst die winzige Reling in Handarbeit gefertigt wurde. „Kreativität und viel Phantasie sind bei der Materialwahl gefragt“, verrät der 71-Jährige.

Sein Modellbaukollege Joachim Frerichs präsentiert direkt gegenüber der „Bismarck“ alles, was zur Gestaltung einer Marinehafenszene nötig ist. Dann gibt es da auch noch eine komplette Hafenanlage, an deren Kais und Lagerschuppen Frachtschiffe, Hafenschlepper und Lotsenboote liegen. Es sind filigrane Arbeiten und es ist kaum zu glauben, dass sie in Handarbeit entstanden sind, denn das Besondere daran - alles ja wirklich alles ist aus Papier. Mit gerademal 25 Milimetern gibt es hier auch das kleinste Schiff der Ausstellung – das Polizeiboot „Helgoland“ zu sehen. Natürlich ebenfalls aus Papier.

Die Faszination, wenn bei den selbst konstruierten Wasserfahrzeugen der Dampf aus den Schornsteinen emporsteigt oder beim Rettungskreuzer die Warnlampen angehen: Da kann man den Stolz der Männer spüren, für den sie hart gearbeitet haben. Denn oft sind mehrere Monate oder gar Jahre vergangenen, bis so ein Schiff fertig ist. „Ohne Geduld, Entschlossenheit und Stehvermögen geht im Schiffsmodellbau nichts“, erklärt der Vorsitzende des Vereins, Hermann Roskam, seine Grundvoraussetzungen für sein Hobby.
Die Ausstellung hier finde ich toll, weil sie einen sehr schönen Überblick über die verschiedenen Schiffstypen gibt“, sagte einer der zahlreichen Besucher. Das die Ausstellung so gut ankam freute die aktuell 23 Mitglieder des Clubs. Für Ralf Dieter Krause sind Wochenenden wie dieses unverzichtbar: „Es ist schwierig, die Jugend heranzuholen. Deshalb sind Schauveranstaltungen so wichtig“, meint er. Und hofft, dass die oft auf Computer und Smartphones fixierte Jugend auch dem Modellbau etwas abgewinnen kann. Schließlich biete das Hobby mit dem aufwendigen Bau der Schiffe wirklich interessante Facetten.

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