Dienstag, 9. Januar 2018

Jubiläum der Karnevalszeitung Elte


-krk- Seit Wochen laufen die Vorbereitungen des Elter-Redaktionsteams auf Hochtouren. Schließlich ist die Session kurz und damit arbeitsintensiv. Der Redaktionsschluss kommt mit großen Schritten näher und nicht nur
dass, die Karnevalszeitung feiert in der neuen Session sogar ihr 40. Jubiläum.
Das Jubiläum trägt zwar keine karnevalistische Schnapszahl, doch können die Mitglieder der Karnevalsgesellschaft Elte stolz auf ihr karnevalistisches Treiben zurückschauen. Zu verdanken ist das übrigens dem ältesten Mitglied der KG Elte - Albert Overesch, der 1972 zu den Gründungsvätern der heutigen Karnevalsgesellschaft gehörte, die damals unter KES (Karneval Elte Süd) bekannt war.
Eine Karnevalszeitung in Elte zu etablieren war ebenfalls seine Idee und so entstand 1979 das 1. Exemplar mit dem Namen „Twäers duer Iälte“. Die erste Zeitung schrieb „“Zick“, der in ganz Elte eigentlich nur unter diesem Spitznamen bekannt ist, mit seinem „Zwei-Finger-Suchsystem“ auf der Schreibmaschine. Die Ausgabe hatte damals nur vier Seiten aber angesichts der vielen darin steckenden Arbeit war dies auch kein Wunder. Schließlich sammelten er und Heinz Schrader ganz alleine sämtliche Anekdoten die in dem beschaulichen Dörfchen so passierten, kümmerten sich gleichzeitig um Sponsoren und klapperten dabei ganz Elte und Mesum ab. Nachdem 32 Sponsoren gefunden waren, konnte der Ofen in Schrader´s Keller angeheizt werden und die beiden Männer waren nächtelang damit beschäftigt mit Stempel, Stempelkissen und einer alten Olympia Schreibmaschine die Zeitung zu erstellen. „Dass war unglaublich viel Arbeit, das kann man sich heute gar nicht mehr vorstellen“, berichtet der rüstige 101-Jährige.
Bereits im nächsten Jahr bestand die Zeitung schon aus 30 Seiten und brachte einen Erlös von 1000 DM in die Vereinskasse ein. Unterstützung bekam „Zick“ durch Edith Wolters, die ihn schon vorher mit der ein oder anderen Anekdote versorgt hatte. Sie übernahm zusammen mit Heinz Schrader, Egon Plugge und Georg Kellers das „Gegenlesen“ ohne das eine Zeitung bis auf den heutigen Tag nicht auskommt. Doch bei diesem Job blieb es nicht lange, denn als Chefredakteur Albert Overesch 1991 sein Amt zur Verfügung stellte, war sie es die es übernahm.
Dazu gehörte auch für sie das Sammeln der Annoncen. „Heutzutage macht man sich kein Bild mehr davon wie viel Arbeit das war“, erklärt die Elteranerin und fährt fort: „Teilweise mussten wir die Anzeigen aus der alten Ausgabe der Zeitung ausschneiden und dann auf die Neue kleben, diese wurde dann kopiert und erst dann konnte sie in Druck gehen.“ Das sei wirklich mühsam gewesen und sie habe sich einen Schuhkarton angelegt in dem sie diese Anzeigen sammelte, um im nächsten Jahr wieder darauf zurückgreifen zu können.
Und dann kam die Postleitzahlenumstellung. „Das war der absolute Horror!“, erinnert sich die 68-Jährige noch gut. Jede einzelne Anzeige musste geändert werden. Kein Wunder also das Wolters zu der Zeit regelrecht auf dem Zahnfleisch ging. Beim „Anzeigen sammeln“ bekam sie zu ihrem Glück durch Ulrike Mrozek und Heike van der Giet ein wenig Hilfe. Enkelin Mandy wurde ebenfalls mit einbezogen. Sie saß mit ihrer Oma im Keller und klebte fleißig Anzeigen auf, bevor die Seiten dann zur Druckerei gingen.

Natürlich gab es auch mal die ein oder andere Panne“, erinnert sich Wolters noch gut. Von Rechtschreibfehlern und komplett leeren oder auch spiegelverkehrten Seiten war die Rede. „Die mussten dann nachts nochmal neu gedruckt werden. Ich hab am nächsten Tag zitternd bei Homann (Treffpunkt für das Eiersammeln) gestanden und drauf gewartet das die Zeitungen noch rechtzeitig geliefert werden.“
Auch die Umstellung von der Schreibmaschine auf den PC sei für sie nicht leicht gewesen. Bei der Eingabe des Textes habe auf einmal der Abstand mit den Anzeigen nicht mehr gepasst und sie habe die Seiten noch einmal schreiben müssen. „Ich war ja ein totaler Laie, für mich war das wirklich schrecklich.“ Durch Günter Ulrich, einem Gymnasiallehrer, und dem heutigen 1. Vorsitzenden der KG Elte, Jens Könnig, habe sie dann den Umgang mit dem Computer ein wenig lernen können.
Viele Jahre lang schrieb Edith fleißig alle lustigen Begebenheiten Eltes auf. Als sie im Jahr 2011 ihren Posten als Chefredakteurin an Yvonne Mersch abtrat, fiel es ihr nicht leicht zu gehen: „Irgendwann war dass aber einfach zu viel Arbeit für einen alleine“, sagt sie traurig.
Durch Edith vor der vielen Arbeit vorgewarnt bekam Mersch zeitgleich Unterstützung von Jens Könnig und Anja Woltering. Letztere etablierte, im gleichen Jahr, die Kinderseite in der Zeitung und
übernahm 2015 den Posten der Redakteurin. Auch für die kommende Jubiläumsausgabe ist sie zuständig: „Die wird was ganz Besonderes, soviel kann ich schon mal verraten.“

Viele Beiträge sind bereits geschrieben, weitere Texte sind in Arbeit. Etliche Fotos wurden bereits gesichtet aber noch ist Platz für mehr. Denn die Redaktion ist auch weiterhin auf der Suche nach Dönekes, und Anekdoten. Wer mit einem Augenzwinkern über einen Ausrutscher oder auch einen Tritt ins Fettnäpfchen eines Freundes, Arbeitskollegen, Kegelbruders, Stammtischkollegen oder Nachbarn berichten möchte, kann dies persönlich bei Woltering oder per E-Mail unter zeitung@kgelte.de.



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