Donnerstag, 11. Januar 2018

Treffen der DLZ Projektwerkstatt „Klima Umwelt/Mitwelt und Naturschutz“


-krk- Zu einem weiteren Informationsabend zum Thema „Elte summt – ein Dorf setzt auf Artenvielfalt“ hatte Imker Herbert Bülter und die Bürgerinitiative Dorf.Land.Zukunft. in das
Heimathaus in Elte eingeladen. Gleich zehn Personen waren dieser Einladung gefolgt.

Nachdem Bülter die Anwesenden begrüßt hatte übergab er das Wort an ein DLZ Vorstandmitglied. „Wir haben eine neue Projektgruppe mit dem Namen „Klima, Umwelt/Mitwelt und Naturschutz“ ins Leben gerufen, in der die Ideen von „Elte summt“ entwickelt und umgesetzt werden können“, erklärte die DLZ´lerin. Dies stieß auf viel Zuspruch seitens der Naturfreunde. Durch Neuzugang Mandy Wolters, einer Studentin für Stadtplanung und Stadtentwicklung in Detmold, hat die Projektwerkstatt und die Bürgerinitiative noch zusätzliche fachliche Unterstützung bekommen. Sie wird einen Flyer für das Projekt entwickeln.

Im Anschluss berichtete Sarah Masarweh, die Gewinnerin des bundesweiten Wettbewerbs „Deutschland summt“, von ihrem Naturgarten, in dem sie einheimische Pflanzen gesät hat und damit zur der Insektenvielfalt beiträgt. „Ich kann mir gut vorstellen meinen Garten auch der Öffentlichkeit zu zeigen. Von einigen Schulklassen und Kindergartenkindern habe ich ja auch schon Besuch bekommen.“ Dieser Vorschlag wurde gerne angenommen und auch schon weiterentwickelt. So wird es voraussichtlich im Mai die Aktion „Tag des offenen Gartens“ geben. Bei der nicht nur die Gärten von Sarah Masarweh und Reinhold Hemker gezeigt werden, sondern auch die von weiteren interessierten Personen. Gleichzeit soll über Naturgärten in Form eines Flyer´s und durch verschiedene Führungen informiert werden.

Sarah Bülter, vom Kreis Steinfurt, war an diesem Abend ebenfalls zugegen, um sich über das geplante Projekt „Elte summt“ zu informieren und berichtete ihrerseits von dem derzeit stattfindenden Projekt „Wege zur Vielfalt“. 30 Regionen in Deutschland, sogenannte Hotspots, mit einer hohen Dichte und Vielfalt charakteristischer Arten, Populationen und Lebensräume seien dafür ausgewählt worden, in denen der Naturschutz besonders gefördert werde. Im etwa 1000 Quadratkilometer großen Hotspot „Südliches Emsland und nördliche Westfälische Bucht“ sei daraufhin das Projekt „Lebensadern auf Sand“ entstanden. Dort sei Sand das verbindende Element für magere Wegesäume, Uferstreifen, Heiden, Moore, Fließgewässer und Heideweiher. Das Projekt wolle diese Lebensräume auf Sand erhalten, entwickeln, fördern und vernetzen.

Die Biologielehrerin Dorothea Ludwig von der Sekundarschule am Hassenbrock bekundete, während des Abends, ihr großes Interesse an der Begrünung einiger Flächen an der Schule. Zwar habe sie mit ihren Schülern schon einige Beete bepflanzt, doch seien die dort aufgehängten Insektenhotels nicht angenommen worden. Auch wünschten sich die Schüler heimische Pflanzen und Wildkräuter für die Beete.

Mir ist es wichtig das Hobbygärtner von Kiesbeeten und steinernen Vorgärten absehen, Kleinbiotope bedeuteten nicht mehr Arbeit dafür aber eine deutlich höhere Artenvielfalt“, betonte Schulreferentin und Pfarrerin Kerstin Hemker. Ein Gräuel seien ihr die Glyphosatäcker in der Umgebung. Das meistverkaufte Pestizidmittel der Welt töte jede Pflanze, die nicht gentechnisch so verändert wurde, dass sie den Einsatz überlebe. „Früher hat alles gesummt und gebrummt, wenn ich an einem Acker vorbei kam, jetzt sehe ich höchstens mal einen einsamen Hasen durchs Feld hoppeln.“ Als Mitglied der Landfrauen sei es ihr jedoch ebenso wichtig keine „Maximalforderungen und Vorwürfe“ gegenüber der Landwirtschaft zu stellen. Ein gesundes Mittelmaß sei wünschenswert. Ihr Mann Dr. Reinhold Hemker, der Mitglied des Kreisverbands des NABU ist, sagte er habe auf Kreisebene das in Elte geplante Projekt bereits schon einmal angesprochen und werde dort auch weiterhin alle Mitglieder auf dem Laufenden halten und gegebenenfalls für finanzielle Unterstützung sorgen.

Herbert Bülter und das DLZ Vorstandsmitglied berichteten im Anschluss darüber das bereits einige Flächen im Gespräch seien, um dort das geplante Projekt auch zu verwirklichen. Erste Gespräche hätten schon stattgefunden und man hoffe nun auf positive Resonanz. Angedacht seien zum Beispiel die Wiese an der Wischmannstraße. Dies seien ca. 2000 Quadratmeter. Das Grundstück sei besonders gut geeignet weil es der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könne. Auch eine Pferdewiese, eine Wiese an der Feldkante, einige Flächen im Feriengebiet aber auch eine Freifläche an der Bachstraße seien derzeit im Gespräch. Aber auch um öffentliche Flächen wolle man sich bemühen.

Als nächste konkreten Schritte werde es am Mittwoch 7. Februar, um 19 Uhr, den Vortrag „Die faszinierende Welt der Wildbienen“ von Volker Fockenberg im Gemeindezentrum Elte geben, außerdem sollen Insektenhotels, Nistkästen, Beobachtungskästen und auch Wildbienenvölker in Form von Puppen gekauft werden.

Wer jetzt gerne ebenfalls seinen (Natur)Garten einmal der breiten Öffentlichkeit vorstellen möchte, kann sich bei Herbert Bülter 05975 570 oder Karin Kühling unter 05975 9191966 melden oder kommt einfach zum nächsten Treffen der Projektwerkstatt „Klima, Umwelt/Mitwelt und Naturschutz“. Dieses findet am Donnerstag 18. Januar, um 19. Uhr im Gemeindezentrum Elte statt. Selbstverständlich sind dazu auch alle weiteren Interessierte herzlich eingeladen. 
 

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