Dienstag, 7. August 2018

Eltes Nacht der Museen


-krk- Viel Interessantes und Kurioses gab es, am Samstagabend, während Rheines 13. Nacht der Museen, bei den drei teilnehmenden Kultureinrichtungen in Elte, zu sehen. Von 19 Uhr bis Mitternacht waren
die St. Ludgeruskirche, Fendesacks Scheune und auch der Fachwerkhof Pöpping geöffnet.
Bei dem eher seltenen Einblick in das Privatmuseeum „Fendesacks Scheune“ konnten sich die Besucher ein Bild über das Leben in den vergangenen Jahrhunderten verschaffen. Denn wo einst Pferde in ihren Boxen standen, waren nun die unterschiedlichsten und fast in Vergessenheit geratenen Werkzeuge und Gebrauchsgegenstände wie zum Beispiel Pferdetorfmoorschuhe, Arbeitsschlitten oder Schrapphörner aus den verschiedensten Zeitepochen zu finden. 

„Obwohl ich Elteraner bin, habe ich ich die Scheune von Michael, von innen, noch nie gesehen, unglaublich was es hier alls zu bestaunen gibt“, sagte Hermann Hövels begeistert. Auf sehr großes Interesse stieß auch das Kunsthandwerk und die vielen Sammelgegenstände aus aller Welt, die Versicherungskaufmann Michael Glasmeyer in über 30 Jahren zusammengetragen und in der bis unters Dach voll gestellten Scheune untergebracht hat.
In der St. Ludgeruskirche übernahm Helmut Kellers die Führung durch das Kirchenschiff und erzählte den Besuchern die Entstehungsgeschichte der im 17. Jahrhundert erbauten Kirche. Schon beim Betreten der Kirche zogen die dort ausgestellten, prächtigen Chormäntel und Messgewänder sämtliche Blicke auf sich. Mit zarten Goldfäden wurden solche Paramente (liturgische Gewänder) von Nonnen, mit teils uralten und inzwischen schon verloren gegangenen Handarbeitstechniken bestickt. „Alles Unikate! Heutzutage wären solche Arbeiten unbezahlbar“, erklärte Kellers stolz. 

Weniger auffällig, dafür jedoch umso interessanter, waren die kleinen Kännchen, Glöckchen und ein hölzener Gegenstand die auf einem Tischchen neben dem Altar gezeigt wurden. „Das sind Messkännchen für Wasser und Wein die früher zur Krankensalbung mitgenommen wurden“, berichtet Kellers und erläutert auch gleich den Gebrauch des Holzgegenstandes: „Die Klapper wurde am Karfreitag von den Messdienern als Glockenersatz benutzt.“ 

Eine weitere Besonderheit waren die drei alten Kirchenbücher von 1665 bis 1809 in denen sämtliche Taufen, Firmungen, Trauungen und auch Verstorbene eingetragen waren.
Stolz war Keller´s auch über die Sammlung von Kirchenliedern. Darunter auch ein plattdeutsches Lied mit dem Namen „Usse aolle Kiärk – iähr Truer un iähr Freid“ von dessen Autor nur die Initialen J.W. bekannt sind.

Auf dem Fachwerkhof Pöpping drängten sich nicht nur die schmucken kleinen Fachwerkhäuschen sondern auch die vielen Schaulustigen immer wieder um das lang gestreckte Haupthaus. 

Heinz Pöpping führte die Besucher über den gesamten Hof und gab humorvolle Einblicke in die Hofgeschichte. Vor allem der Speicher von Amalia Pöpping mit der Sammlung von historischen Handarbeiten, das barocke Backhaus, in dem auch heute noch leckeres Brot gebackenen wird, aber auch die idyllische Wassermühle waren hier besonders sehenswert.

Bei hereinbrechender Dunkelheit im Schein der Hofbeleuchtung lud die romantische Atmosphäre und die laue Sommernacht dann zum Verweilen, dem Verkosten der hoftypischen Genüsse und zum Plaudern über das Gesehene ein.
Elte.















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