Montag, 27. Januar 2014

Stadtteilbeiratssitzung


-krk- Die Einwohner Eltes wissen es schon lange - nach eigenen Vorstellungen auf einem Bauplatz in gewünschter Lage in Elte zu bauen, gestaltet sich oft mehr als schwierig. Aus diesem Grund lud Gertrud Vater, die Vorsitzende des Stadtteilbeirats Elte, Martin Dörtelmann den Leiter des Planungsamtes der Stadt Rheine zur Stadtteilbeiratssitzung in die Gaststätte „Zum Splenterkotten“ ein. Auch viele Elteraner
waren der Einladung gefolgt.


Bevor Dörtelmann zu seinem Vortrag kam, berichtetet Birgit Overesch von den Fortschritten bei der Initiative Dorf.Land.Zukunft. Die einzelnen Projektgruppen seien sehr stark aktiv, allerdings gäbe es darunter Gruppen deren Anliegen nicht innerhalb weniger Wochen oder Monate abgetan sei. „Dazu gehören zum Beispiel die Werkstätten „Wohnen im Alter“ oder „Nahversorgung“, sagte Overesch. Andere Gruppen wie „Jung und Alt“ könnten inzwischen bereits mit ihrem nächsten Event aufwarten. Nach dem von den Elteranern sehr gut angenommenen Open-Ar-Kino im vergangenem Sommer folge am 8. Februar nun das 1. Scheunenkino, mit dem Film „die Feuerzangenbowle“.
Heinz Schrader, Mitglied des Stadtteilbeirats und der DLZ Gruppe „Nahversorgung“, erzählte vom Besuch der Welbergener Dorfladen Vorstandsmitglieder Josef Fislage und Ewald Brinkschmidt. „Wir müssen noch einmal ganz neu umdenken, so einfach wie wir uns das alles vorgestellt haben ist es leider nicht“, sagte Schrader. Es läge noch viel Arbeit vor ihm. Thomas Schnellenberg von der Gruppe „Wohnen im Alter“ hatte ebenfalls keine guten Nachrichten im Gepäck: „Wohnen im Alter gestaltet sich auch nicht gerade einfach, die Verwirklichung im Pfarrhaus steht inzwischen stark auf der Kippe.“ Er habe einen Termin mit Martin Dörtelmannn wahrgenommen, bei dem sich herausstellte das sich die Vorstellungen eines Um - und Anbaus am alten Pfarrhaus, in der von ihm angestrebtena Größenordnung, so nicht realisieren lasse.


Da man jetzt praktisch schon beim Thema „Bauen“ war übernahm nun der Leiter des Planungsamtes das Wort: „Nach einer Radtour durch das Dorf und vielen Gesprächen kenne ich Elte inzwischen ganz gut.“ Generell sei zu sagen das sich kleine Dörfer, laut des Landesentwicklungsplans, auf ihre Eigenentwicklung zu konzentrieren haben. Nordrhein-Westfalen sei ein dicht besiedeltes Land. An dessen begrenzten Raum und seine Ressourcen viele Nutzungsansprüche gestellt würden. Dies gälte für die Bereitstellung von Flächen für Wohnsiedlungs- und Freizeitnutzungen, für Gewerbe, Industrie, Handel und vieles mehr.
 Vor dem Hintergrund des absehbaren Bevölkerungsrückgangs solle der LEP im Sinne
der Nachhaltigkeitsstrategie des Bundes noch stärker als in der Vergangenheit auf eine flächensparende, kompakte Siedlungsentwicklung und damit zugleich auf eine geringst mögliche Inanspruchnahme des Freiraumes hinwirken. Das bedeute für Elte das es keine neu ausgewiesenen Bauplätze geben werde.


Durch das Fortschreiten des demografischen Wandel werde die Bevölkerung voraussichtlich in allen Teilräumen NRWs abnehmen, deshalb konzentriere man sich
jetzt auf Standorte, an denen auch langfristig ein attraktives Angebot an öffentlichen und privaten Versorgungs- und Dienstleistungseinrichtungen bereitgestellt werden. Damit würden die Innenstädte gestärkt und die Infrastrukturfolgekosten für die
Gemeinden ließen sich reduzieren. 
Elte habe eine zerrissene Wohnsituation und eine diffuse Struktur im Ortskern. Es gäbe ungefähr 50 Baulücken und einige Sonderbaugebiete über die man noch mal neu nachdenken müsse. Auch die Entwicklung des Pfarrhauses sei mitten in der Planung stecken geblieben, weshalb sich das Thema „Wohnen im Alter“ dort, so wie von Thomas Schnellenberg gewünscht, auch nicht umsetzten ließe.


Hier unterbrach Kirchenvorstandmitglied Günter Gehling den Vortrag Dörtelmanns und sprach sich für die Aufnahme des Verfahrens aus. Interessierte Investoren hätten die Wirtschaftlichkeit des Grundstückes kritisiert und ihm und auch den Elteranern sei sehr daran gelegen das Pfarrhaus zu erhalten und sinnvoll für die Gemeinde zu nutzen.


Dörtelmann entgegnete: „Es gibt dort zur Zeit kein Baurecht, das ist Fakt und das lässt sich nicht so schnell ändern.“ Auch sei das Gebiet zwischen dem Pfarrhaus und den angrenzenden Höfen Pohlmeyer und Schulte-Walter in der Planung stecken geblieben. Hier hätte man das Umfeld sensibel mit Gebäuden erschließen können. Da die Höfe jedoch nicht mehr für die Landwirtschaft genutzt würden, verfielen die Gebäude mehr und mehr und ein Wiederaufbau der landwirtschaftlichen Gebäude sei nicht möglich. Auch eine Nutzungsänderung käme meist nicht in Frage.
Zu einer Entwicklung könne es in Elte nur dann kommen wenn ein Bedarf für Gemeinnützigkeit vorliege.


CDU Ratsmitglied Manfred Brinkmann machte daraufhin der Landesregierung schwere Vorwürfe und sprach sich für eine Lückenschließung zur Gemeinnützigkeit, der Gebiete „Laugärten“, „Auf der Horst“ und des Pfarrhauses, aus.


Gertrud Vater brachte dann die Rede auf das Thema „Spielplatzsituation und Stand des Antrages auf die Errichtung eines Bolzplatzes in Elte“. Sie habe von der Stadt die Nachricht bekommen das im Jahr 2014 keine Gelder für diese Projekte zur Verfügung gestellt werden können. Auch Martin Dörtelmann konnte dies leider bestätigen.
Dafür hatte Manfred Brinkmann dann noch eine gute Nachricht aus dem Rat der Stadt – 210 000 Euro werden in diesem Jahr für die Erneuerung der Fenster der Ludgerusschule bereit gestellt.


 

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