Montag, 24. März 2014

"Ausstellung Freizeit ohne Medien?"


-krk-RHEINE-ELTE. Über 40 Bilder, die von Kindern und Jugendlichen zum Thema „Freizeit ohne Medien“ gemalt wurden, konnte man am Sonntag in der Gaststätte „Zum Splenterkotten“ in Elte bestaunen. Im Rahmen eines Studienprojektes der „Saxion Hogeschool“ in Enschede stellten die vier Studentinnen Lisa Overesch, Lisa Junkersfeld, Lara Barzewski und Lisa Karla nun die Ergebnisse ihrer Projektarbeit vor.

Die Atmosphäre war nahezu feierlich, als sich nicht nur aufgeregte Schüler mit ihren
Eltern, Geschwistern und Großeltern vor ihren Arbeiten einfanden, sondern auch viele interessierte Elteraner, die Ausstellung besuchten. Alle vier Studentinnen erklärten und erläuterten unermüdlich immer wieder den Grund für dieses Projekt: „Der gesellschaftliche Trend geht zu immer mehr Medienkonsum über. Freizeit ohne Medien – ist für viele, vor allem für Kinder, inzwischen kaum vorstellbar.“

Wir wollten für dieses Thema sowohl die Kinder als auch deren Eltern sensibilisieren. Das war uns sehr wichtig“, sagt Elteranerin Lisa Overesch, eine der vier Studentinnen. Sie war es die den Kontakt zu der Initiative Dorf.Land.Zukunft. herstellte, die die Aktion unterstützte, und auch den Wirt des „Kottens“ Markus Wältring konnte sie für die Sache gewinnen. Er war gleich bereit seinen Saal als Ausstellungsort kostenlos zur Verfügung zu stellen. „Schließlich hab ich ja hier so was wie einen Heimvorteil“, berichtet sie lachend.

Zusammen mit ihren Kommilitoninnen besuchte sie, nach Rücksprache mit Schulleiter Gerrit Feld, die 4.Klasse der Elter Grundschule und konnte dort viele der Schüler für ihr Projekt gewinnen. Aber auch Jugendliche und junge Erwachsene aus umliegenden sozialen Einrichtungen nahmen daran teil, und stellten viele fantasievolle Bilder her, die vor Lebensfreude nur so sprühen. Zum Teil gab es Collagen aber auch viele selbst gemalte Bilder auf denen Kinder Musik hören, Fußball spielen, im Pool schwimmen und anderer Freizeitaktivitäten nachgingen.

Über die Arbeit mit den Kindern berichten alle vier Studentinnen gerne: „Als wir die Schüler gefragt haben, wie sie denn so ihre Freizeit verbringen, gab es die unterschiedlichsten Antworten - „Ich geh nach draußen spielen“- war eine die am häufigsten zu hören war. Die Erfahrungen die sie bei ihrer Arbeit machen konnten waren für sie aber auch für die Kinder zum Teil überraschend. Denn dieses „Spielen“ hatte für alle eine ganz andere Bedeutung. „ Einer der Jungs ging nicht zum bolzen auf den Fußballplatz sondern holte einfach nur seinen Gameboy raus, das war für ihn draußen spielen. Ein Anderer fuhr zu seinem Freund um dort mit ihm Playstation zu zocken“, berichtet Lisa Junkersfeld und fährt fort: „Das ist genau der Punkt, die Kinder merken gar nicht das für sie eine Freizeit ohne Medien kaum noch vorstellbar ist. Es ist einfach inzwischen Normalität!“


Lara Baczewski weiß: „Die Welt der Medien nimmt ständig zu und Computer sind aus dem Alltag der Familien nicht mehr wegzudenken, in welcher Form sie auch immer auftauchen.“ Heute könnten bereits Kleinkinder, kaum, dass sie die Sprache beherrschen, einen Telefonapparat selbständig bedienen. Genauso selbstverständlich würden sie den Fernsehapparat einschalten, wenn ihnen langweilig ist. Diese „elektronische“ Großmutter sei für viele Familien eher zu erreichen als die wirkliche Großmutter, die dann meist auch noch berufstätig ist und wenig Zeit hat, um Geschichten zu erzählen oder mit dem Kind auf Entdeckungsreise in den Wald zu gehen.„Eine Computernutzung ersetzt keine anderen Spielmöglichkeiten“, sagt sie und Lisa Karla fügt hinzu: „Es ist weiterhin wichtig, dass Kinder auf Bäume klettern, mit Stiften malen, Gesellschaftsspiele spielen und sich verkleiden. Genau dafür wollten wir den Blick der Kinder und Erwachsenen schärfen und das ist uns mit der Ausstellung heute auch wirklich gelungen!“









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