Mittwoch, 5. März 2014

Krötenzaun an der Südstraße



-krk-RHEINE-ELTE. Die ungewöhnlich milde Witterung lockt dieser Tage nicht nur die Menschen in die Natur. Auch die Kröten in Elte stehen bereits in den Startlöchern. Sie machen sich auf den Weg zu ihren Laichgewässern - und begeben sich bei den Wanderungen teilweise in akute Gefahr.

Um diese Gefahr möglichst gering zu halten bauen wir jetzt den Krötenzaun auf“, sagt Siegfried Drescher. Zusammen mit seiner Frau Sigrid trommelte er jetzt
seine Nachbarn zusammen um den Krötenzaun an der stark befahrenen Südstraße aufzustellen. Das bedeute viel Arbeit für ihn und seine Nachbarn, erklärt er. „Inzwischen seien sie jedoch ein eingespieltes Team und alle Nachbarn lägen im Moment praktisch auf der Lauer, um den Start der Wanderung nicht zu verpassen. „Rufbereitschaft, wenn man so will“ lacht Siegfried. Denn die Kröten halten sich nicht an die gängigen Arbeitszeiten, sondern machen sich nach Anbruch der Dämmerung und in den frühen Morgenstunden auf den Weg.
Nachdem gestern dann die ersten tote Kröte auf der Straße lag, musste alles ganz schnell gehen.Die Nachbarschaft traf sich schnellstmöglich und innerhalb nur einer guten Stunde stand der Zaun. Und auch die Löcher für die Eimer, die in den Boden eingelassen werden, um die Kröten aufzufangen, wurden innerhalb kürzester Zeit ausgehoben. „Kröten haben so etwas wie eine innere Uhr", erklärt Drescher. „Wenn dann noch die Witterung mitspielt, dann geht es los und jetzt ist es eben wieder soweit.“
Dieses Jahr geht es aber schon besonders früh ans Werk“ , betont seine Frau Sigrid. An einen so zeitigen Wanderungsbeginn könne sie sich nicht erinnern. „Wir scheinen von einem Extrem ins andere zu fallen.“ Im letzten Jahr, als es bis Ostern fror, hätten die Wanderungen erst am 12. April eingesetzt und bis Mai angedauert.
Ihre freiwillig geleistete Arbeit beschränkt sich jedoch nicht nur auf die Sicherung der Amphibien. „Zusätzlich zählen wir die Tiere“, berichtet die engagierte Elteranerin. „Das ist richtig spannend.“ Die Hoffnung das sie und ihr Naturwächterteam auch Unterstützung von Elteraner Vereinen bekomme, habe sie noch nicht aufgegeben. „Wir können jede helfende Hand gebrauchen und es wäre wirklich schön wenn wir noch etwas Hilfe bekommen könnten“, sagt sie.
Durch die schwankende Witterung sei es schwer, vorauszuahnen wenn es jetzt wirklich losgeht. Im besten Fall - wenn es durchgehend mild bleibt - sei die Wanderung in 14 Tagen über die Bühne. „Wenn aber noch mal ein Kälteeinbruch kommt, kann es sich bis zu sechs Wochen ziehen“, blickt Popp-Drescher voraus







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