Mittwoch, 12. März 2014

Wacholderheide


-krk-RHEINE-ELTE. Um der ökologischen Nachhaltigkeit gebührend Rechnung zu tragen, haben nun einige Mitglieder des Heimatvereins, darunter auch der Vorsitzende Hubert Wältring, und der Jagdhornbläsergruppe Elte im Naturschutzgebiet „Elter Sand“ 75 Wacholderstecklinge gepflanzt.
Wenn es um Wachholder geht, dann denken
wohl die meisten Zeitgenossen als Erstes an Schnaps, Gin und andere Spirituose. Das ist bei den Naturschützern in Elte jedoch anders. „In erster Linie sollen durch diese Ökomaßnahmen die Natürlichkeit der Elter Dünen sowie die Reaktivierung der Wacholderheide sichergestellt werden“, erklärte Förster a.D. Egon Stienemann beim Ortstermin. Er freute sich über die fleißigen Helfer die ihn bei der vielen Arbeit tatkräftig unterstützen. Vor allem die Jungbläser der Jagdhornbläsergruppe packten kräftig mit an. Darunter auch Luca Wältring der als angehender Forstwirt ganz in seinem Element war.
Der Rentner selbst sorgte vor etwa drei Jahren dafür das die Stecklinge in Elte geschnitten und zur weiteren Aufzucht nach Rheine transportiert wurden, wo sie mehrmals umgetopft werden mussten, um einen kräftigen Ballen entwickeln zu können. „Nun ist der Wacholder zu seinen Wurzeln nach Elte zurückgekehrt“, freut sich der ehemalige Förster.
Egon Stienemann selbst, weiß viel über die Wacholderpflanze und teilt sein Wissen gerne mit den Jugendlichen. „Ich möchte der nächsten Generation etwas mit auf dem Weg geben, das ist mir ein großes Anliegen“, so der 77-Jährige.
So sei der Wacholder der Baum des Jahres 2002. Weltweit verbreitet sei er in Deutschland eher selten. Nach seiner Zugehörigkeit zur Familie der Zypressengewächse und aufgrund der Wuchsform werde der Wacholder auch die „Zypresse des Nordens“ genannt. Neben der bis zu 12 Metern hohen Säulenform komme der Wacholder auch als niedriger Strauch vor. Forstwirtschaftlich eher unbedeutend werde der Wacholder seit dem frühen Mittelalter als Heil und Gewürzpflanze geschätzt. In Sagen und Märchen gälte er als rätselhaft und geheimnisvoll, schütze aber auch vor Hexen, Zauberern und Dämonen. Mit bis zu 2000 Lebensjahren könne der Wacholderbaum richtig alt werden. Heute würden die Wacholderbeeren meist nur noch als Gewürz und für Wacholderschnäpse genutzt.„Und sind wir mal ehrlich, son richtig kräftigen Wacholderschnaps trinkt man doch immer gerne“, lacht Stienemann.
Nach der Pflanzung schützten die Helfer die Setzlinge mit einer Paste gegen Wildverbiss. Und nun hoffen die Naturfreunde, dass sich ihre gemeinsame Arbeit auszahlt und die kleinen Wachholder sich gut entwickeln.  


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