Montag, 15. Dezember 2014

Ein besonderer Film an einem besonderem Ort



-krk- Es war eine Uraufführung in der St.Ludgerus-Kirche in Elte: Am Freitagabend gab es dort erstmals ein „Kirchen-Kino“ mit dem Film „Wie im Himmel“, zu dem die Projektwerkstatt „Begegnung Jung und Alt“ der DLZ Bürgerinitiative eingeladen hatte. Nicht nur Elteraner sondern auch zahlreiche Mesumer,
Hauenhorster und Rheinenser waren dieser Einladung gefolgt.


Direkt am Eingang wurden die Kino(kirchen)besucher von den Mitgliedern der Projektwerkstatt begrüßt und in Empfang genommen. Teelichter wurden verteilt, angezündet und durften mit einem geheimen und unausgesprochenen Weihnachtswunsch, auf eigens dafür aufgestellten Bänken, abgestellt werden. Dann erst nahmen viele der Besucher die riesige Kinoleinwand vor dem Altar, den Beamer im Mittelgang und die beiden großen Lautsprecherboxen wahr. Schnell wurde sich ein Platz gesucht, denn immer mehr Besucher drängten nun in die Kirche. Das Publikum machte es sich bequem und da es erfahrungsgemäß in der Kirche nie sehr warm ist, setzten sie sich auf mitgebrachte Kissen und mummelten sich in warme Decken.
Pünktlich um 19.30 Uhr hielt Mitorganisatorin Gabi Scheipermeier eine kurze Begrüßungsrede und wünschte den etwa hundert Besuchern einen schönen Abend. Gezeigt wurde der Fim „Wie im Himmel“ ein schillerndes Künstlerportrait über den erfolgreichen Komponisten Daniel Daréus, gespielt von Michael Nyqvist und inszeniert von Kay Pollak.
Daréus beschließt, seinem alten Jetset-Leben den Rücken zu kehren und in sein Heimatdorf zu ziehen. Dort bewirbt er sich als Kantor und sieht sich bald einem Haufen sangeswütiger, größtenteils liebenswerter aber verschrobener Laiensänger gegenüber - dem Kirchenchor. Was dann kommt ist vorhersehbar, aber wunderbar anzuschauen. Denn der weltberühmte Musiker formt aus den Dorfbewohnern einen ausdrucksstarken Klangkörper. Doch so heil ist die Welt auf dem schwedischen Land nicht. Für manches Chormitglied scheint der eigene Weg geradezu unbegehbar. Die Sänger haben mit Eifersuchtsdramen, Gewalt in der Familie und puritanischer Frömmelei zu kämpfen. Der Chor wird zur Gruppentherapie. Die unverkennbare Botschaft des Films, der viel Wärme verströmt, scheint zu sein: Du bist gut so, wie du bist! Geh deinen Weg, auch wenn er steinig ist!
Mit seiner großen Portion Herz sorgte der Film beim Elteraner Publikum für unkontrollierbares Grinsen und viele Lacher, doch es war die fast volkstümliche, skandinavische Musik, mutig laienhaft und trotzdem kraftvoll und intensiv vorgetragen von den Schauspielern, die für die nötige Gänsehaut sorgte. So blieb es bis zum letzten Schlussarkord von „Gabriellas Song“ (Sa Som I Himmelen) ganz still in der Kirche. Erst dann brauste der Applaus auf.
 
Dass die Zuschauer nach diesem Film ein warmes Gefühl in der Bauchgegend haben, das war uns wichtig“, betont Gabi Scheipermeier. Sie braucht, nach eigener Aussage, bei den traurigen Szenen jedes Mal ein Taschentuch, denn sie liebe diesen Film und hat ihn nun schon zum achten Mal gesehen.
Bisher veranstaltete die Projektwerkstatt „Jung und Alt“ bereits ein Open-Air- und ein Scheunenkino die beide wie eine Bombe einschlugen. Angespornt durch diesen Erfolg wagte sich die Gruppe nun auf unbekanntes Gebiet. „Die Idee für einen besonderen Film an einem besonderen Ort, entwickelte sich aus einem Gespräch mit der evangelischen Pastoralreferentin Kerstin Hemker“, berichtete Scheipermeier. „Sie war es, die uns auf den Gedanken brachte die Kirche für eine Filmvorführung zu nutzen. Den Abend zu organisieren wäre kein Problem, schließlich hätten sie alle inzwischen einige Erfahrung mit diesen Dingen. „Doch vor dem Gespräch mit dem Pastor hatten wir alle großen Respekt“, verriet die Elteranerin. Zusammen mit Karin Kühling nahm sie Kontakt zu Pastor Thomas Hüwe auf. Es stellte sich heraus das die Angst der Frauen unbegründet war, denn Hüwe reagierte völlig gelassen. Er freute sich sogar dass das Gotteshaus dadurch um eine Variante reicher werde zu einem lebendigen Ort der Begegnung zu werden.


Das bestätigte dann auch ein Besucher: „Kirche kann ja so modern und lebendig sein.“ Zusammen mit vielen anderen genoss er, im neuen Gemeindezentrum, bei Glühwein, Brezeln, Mettendchen und Kerzenschein, bis spät in die Nacht, dann noch die Möglichkeit zum Austausch über den Film.







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