Montag, 23. Februar 2015

Ausstellung "Onko Hat Cuture"

-krk- Eine Perücke ist nicht für jeden etwas und auch Tücher stehen nicht jedem. Menschen, denen durch eine Chemotherapie die Haare ausgefallen sind, finden bei der Ausstellung von Kirsten Göcke und Dagmar Leskow nun die
Möglichkeit sich einen ganz eigenen Hut zu kreieren und später dann selber zu filzen.


Im „Klöncafe“ der kfd Elte, das am Mittwoch 26. Februar ab 14.30 Uhr stattfindet, stellen die beiden Frauen ihre eigenen Modelle aus. Dagmar Leskow ist selber Krebspatientin und hat viele Frauen kennengelernt die „todunglücklich“ waren wenn sie die Diagnose Krebs bekamen und eine Strahlentherapie machen sollten. „Wenn man ,Chemo’ hört, ist der erste Gedanke, dass man eine Perücke bestellen muss“, erzählt sie. So erfuhr sie auch von dem Druck, unter dem gerade Frauen leiden. „Viele Betroffene arbeiten trotz der Chemotherapie“, erzählt die gelernte Einzelhandelskauffrau. Mit einer Glatze, die die Krankheit offensichtlich machen würde, wollten sie sich dort unter keinen Umständen sehen lassen. Sie wollen keine Schwäche zeigen, weil sie Nachteile im Beruf befürchten. Tücher seien zwar recht nett aber leider auch schnell mit Vorurteilen behaftet. Da sei ein ausgefallener Hut eine willkommene Alternative.


Auch Göcke hat in ihrer Familie eine Betroffene – ihre eigene Schwester. Und als sich diese das erste Mal oben rum quasi „nackt“ zeigte, lernte die Elteranerin sie auf ganz neue intimere Weise kennen – ohne Haare. Zwar trug ihre Schwester nach der Thearpie eine Perücke, aber zufrieden war sie damit nicht: „Perücken sehen gut aus, sind aber sehr unbequem und meine Schwester war sehr unglücklich.“ So kam Göcke auf die Idee ihrer Schwester das Filzen beizubringen, damit diese sich ihre Hüte selber gestalten konnte. „Sie war total begeistert und hat dann viele Komplimente für ihre ausgefallenen Hüte bekommen“, erinnert sich die 58-Jährige.


Tatsächlich sind diese Hüte für Krebspatienten sehr geeignet. Göckes und Leskows „Onko Hat Couture“ ist ganz weich, damit sie die schutzlose Kopfhaut nicht reizt, und vor allem sind die Modelle so geschnitten, dass nicht sofort auffällt, dass darunter keine Haare mehr sind. Sie sind etwas voluminöser, damit der Kopf ohne Haare nicht so klein wirkt und dabei sehr individuell. Und sie beginnen tiefer im Nacken, so das sie die nackte Kopfhaut darunter nicht preis geben. „Jeder der Hüte ist ein Unikat“, betont Kirsten Göcke. Und man könne sogar das ausgefallene Eigenhaar mit einarbeiten.


Doch auch „normale“ Hüte, Mützen, Schals, Westen, Armstulpen, Pantoffeln Handtaschen und sogar Schmuck lassen sich aus Filz herstellen. Das alles und noch viel mehr gibt es nun am kommenden Mittwoch im Gemeindezentrum in Elte zu sehen. Wer also Lust hat sich die Modelle anzuschauen und das Filzen zu erlernen ist bei Dagmar Leskow und Kirsten Göcke „mehr als nur willkommen“.




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