Mittwoch, 22. April 2015

Lesenacht in der KÖB


-krk- Eine Lesenacht kann ganz schön spannend sein. Vor allem, wenn der Nachtwächter seinen Rundgang macht und die Bücher plötzlich zum Leben erwachen.

Mag die Katholische Öffentliche Bücherei in Elte tagsüber ein Ort der Stille sein, so war das am Freitagabend jedoch ganz anders. Wurde sie doch von 24 Kinder im Alter von 6 bis zehn Jahren so richtig aufgemischt. Diese hatten sich mit Schlafsäcken, Isomatten, Kissen, Decken und Kuscheltieren gewappnet und machten es sich zwischen Buchregalen und Tischen gemütlich um sich voll auf das Abenteuer „Lesenacht in der KÖB“ einzulassen. Einige der Kids waren schon einmal bei einer solchen Aktion der Bücherei dabei, Für die meisten aber war es das erste Mal, entsprechend groß war ihre Spannung auf die bevorstehende Nacht. 
 
Da reihte sich Decke an Decke, der große Raum im Gmeindezentrum Elte war rappelvoll. Was vor allem die Bibliothekarin Andrea Pohlmeyer freute.
Sie hatte die Idee zur 1. Lese-Nacht schon vor fünf Jahren und traf damit genau den Geschmack der Grundschüler. „Ich war erstaunt, dass die Kinder - entgegen aller Vorurteile - doch gerne mal zum Buch greifen“, freut sich Pohlmeyer, die natürlich selbst eine leidenschaftliche Leseratte ist. Die Büchereileiterin hatte zusammen mit ihrem Team ( Veronika Fischer, Anja Woltering, Gabriele Evers-Rischmüller, Viola Bernstein und Katja Musial) alles vorbereitet. Schließlich sollte nicht nur gelesen werden.


Nach dem Kennenlernspiel wurden die Schüler in sechs Gruppen eingeteilt, da gab es die Grusel- , Märchen- , Liebes, Tier-, Technik und Zauberbücher. Und nun ging es endlich los. Noch wuselten die Kinder aufgeregt über den Flur doch beim Betreten der stark abgedunkelte Bücherei machten sie große Augen und nahmen respektvoll, da sie ja „Bücher“ darstellte, streng nach Bibliotheksmanier in ihren Regalen (auf dem Boden) Platz. 
 
Schon schaute der Nachtwächter nach dem Rechten. Stehen alle Bücher richtig? Ja, alles in Ordnung. Nun machte der Wächter eine kleine Pause und las (laut) in verschiedenen Büchern. Doch dann ging er weiter, schließlich muss er in dieser Nacht noch weitere Räume kontrollieren. Plötzlich hören die „Bücher“ das laute Schlagen einer Turmuhr. Einige der Kinder blicken sich erschrocken an. „War das die Kirche“ fragt ein 6-Jähriger nervös. „Nee das ist doch von ner CD“, kann ihn ein Anderer beruhigen.


Der letzte Schlag der Glocke verhallt und nun ist sie gekommen die geheimnisvolle Stunde, in der die Bücher zum Leben erwachen. Und tatsächlich bei den Gruselbüchern tut sich was. Die Gespenster steigen aus ihren Büchern, recken und strecken sich, schütteln sich den Staub von ihren Gewändern, klirren mit ihren Ketten und heulen durch die Regale. (Alle Kinder strecken sich und fangen lautstark an zu spuken). Nach und nach erwachen alle Bücher. Bei den Liebesgeschichten wird gekuschelt, die Märchenbücher quaken wie der „Froschkönig, die Tierbücher werden durch eine Fledermaus geweckt, die Technikbücher bewegen sich wie Roboter und die Zauberbücher tanzen auf ihren Besen wild durch die Bücherei. Doch da geht die Tür auf und der Nachtwächter kommt herein, alle Bücher huschen zurück in ihre Regale und schon ist die geheimnisvolle Stunde vorbei.




Die Kinder sind total aus dem Häuschen und sprühen vor Energie. Eigentlich sollte jetzt gemalt und gelesen werden. Doch das Team der Bücherei entschließt sich spontan dazu erst einmal nach draußen zu gehen um dort „Zombieball“ zu spielen beim dem sich die Kids so richtig auspowern können. Dass das die richtige Entscheidung war zeigt sich wenig später. Denn nun sind die Kinder müde und machen es sich mit ihren Decken und Kissen rund um die Vorleserin bequem. Sie kuscheln sich aneinander, schnell noch das Licht gelöscht und lauschen nun gespannt der Geschichte „Vampirjäger im Pfarrhaus“.


Zuerst hab ich heute gedacht, das ist nicht zu schaffen, weil die Kinder so aufgekratzt waren aber die haben alle super mitgemacht“, freut sich Andrea Pohlmeyer. Viele der Kinder hätten bereits nach der nächsten Lesenacht gefragt. In neuen Büchern schmökern und lange wach bleiben, kommt bei den Kindern sehr gut an. Scheinbar so gut, dass die Bibliothekarin auf ihre Frage „Wie war es?“ zum Abschluss ein ohrenbetäubendes „Super“ aus 24 Kehlen entgegenschallte.



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