Dienstag, 29. September 2015

Freifunk in Elte


-krk- Jeder nutzt Youtube, Whatsapp & Co. Doch wenn der Datenhunger des Smartphones im Mobilfunk-Netz zu groß ist, wird die Geschwindigkeit gedrosselt. Zudem gibt es immer noch „weiße Flecken“, auf denen Videostreaming oder andere datenintensive Dienste nicht funktionieren. Elte ist so ein weißer Fleck. Jens Könnig, Mitglied der Bürgerinitiative Dorf.Land.Zukunft. will eben dass mit Hilfe von
Freifunk ändern und diese neue technische Möglichkeit der digitalen Kommunikation von Bürgern für Bürger in Elte integrieren.
Ein offenes, flächendeckendes W-Lan-Netz in Elte das mit möglichst wenig Aufwand betrieben werden kann und Internet für jedermann ermöglicht, ohne ein juristisches Risiko einzugehen“, so stellt sich Könnig die nahe Zukunft vor. Der Anfang ist gemacht. Denn inzwischen hat er schon einige Router in dem kleinen Golddorf unterbringen können und ist selbst völlig überrascht vom Erfolg des Freifunk-Netzes in Elte. Denn auch ohne groß mit einer Informationsveranstaltung für das freie WLAN Projekt geworben zu haben, sind innerhalb nur einer Woche 19 Freifunk-Knoten online gegangen. Zu diesen Hot-Spots die derzeit betrieben werden, gehören unter anderem der Heimatverein Elte, die Fachwerkhofanlage der Familie Pöpping und seit neustem auch die Gaststätte Eggert.

Hinter dem Freifunk-Netzwerk steckt eine idealistische Idee. Wer mitmacht, teilt seinen Internetzugang mit anderen ohne Gegenleistung. Wer sich in den Freifunk einwählen will, muss in der Nähe eines Zugangspunktes einfach nur das WLAN anschalten. Ein Passwort braucht niemand. Je größer die Kette der Vernetzung von Router zu Router, den sogenannten Knoten, ist, umso größer ist auch die Reichweite der Geräte. 
 
Freifunk ist unlimitiert, dezentral, kostenfrei, ohne Anmeldung möglich, erweiterbar“, listet der Informatiker die Vorteile zum kommerziellen Netz auf. Die einzige Investition sei ein Router, die es kostengünstig ab etwa 20 Euro gäbe. Nach Erwerb eines solchen Routers müsse die vorinstallierte Software gegen die Freifunk-Software ausgetauscht werden. Wer sich das nicht zutraut, bekommt bei Jens Könnig Hilfe oder kann dort Router erwerben, die bereits vorinstalliert wurden. Dann muss der Router nur noch an das Netzwerk und an den Strom angeschlossen werden. So kann auch Jemand der keinen Plan von Technik hat, einen solchen Knoten betreiben. Dieser bietet dann das freie WLAN an und versucht sich ebenfalls per WLAN mit anderen Knoten zu verbinden um so das Freifunknetz zu erweitern.

Das Schöne an der Sache ist, das Jeder mit einfachen Mitteln das öffentliche Netz erweitern kann und der Aufbau rasch und unbürokratisch funktioniert“, sagt der gebürtige Elteraner. Der offensichtliche Nutzen der Aktion ist natürlich freies WLAN für Leute, die sich in der Nähe eines Freifunkknotens aufhalten. Das sind zum Beispiel Gäste in Ferienhäusern und Gaststätten aber auch
bei jedem Zuhause. Außerdem kann ein Freifunkknoten Nachbarn helfen, falls deren Internetanschluss gestört sein sollte. 
 
Könnig und der Bürgerinitiative geht es aber nicht nur um das Gratis-Surfen im Internet, sondern auch die gemeinsame Nutzung von Ressourcen. „Freifunk sorgt für eine bessere Auslastung der vorhandenen Netze und kann ganz wunderbar neben kommerziellen Anbietern existieren“, sagt Peter Ossege 2. Vorsitzender der Bürgerinitiative Dorf.Land.Zukunft.. Alle Freifunk-Anbieter sorgen gemeinsam für ein großes Netzwerk, das man einfach so nutzen könne, weil Bürger etwas von ihrer Bandbreite abgäben. „Das heißt im Klartext, je mehr Bürger ihre Bandbreite zur Verfügung stellen, desto besser wird das Netzwerk“, so Ossege.
Wie ist das mit der Haftung“, ist wohl eine der häufigsten Fragen auf die Könnig ständig angesprochen wird. Eine sehr berechtigte Frage, denn bislang scheiterten größere Initiativen für ein flächendeckendes kostenloses W-LAN meist an der Störerhaftung. Bedeutet - werden in Deutschland über W-LAN krumme Geschäfte gemacht oder illegale Dinge heruntergeladen, wird nicht nur derjenige in die Haftung genommen, der den Download verursacht, sondern auch derjenige, der den Zugang zur Verfügung gestellt hat.

Die Freifunker umgehen diese Störerhaftung ganz legal, indem sie über den Verein Freifunk Münsterland ins Internet gehen. Der wiederum hat den Providerstatus erlangt, steht also netz-juristisch gesehen auf einer Augenhöhe mit der Telekom oder Vodafone und ist somit nicht haftbar. „Wer so einen Router aufstellt, muss also keine Angst haben“ betont Jens Könnig.

Und die Hot-Spot Dichte in Elte wächst und wächst. Könnig kommt der Nachfrage kaum mehr hinterher. Denn die von ihm neu bestellten Router sind schon wieder alle verplant. „Wenn sich jetzt noch mehr Geschäftsleute für den Freifunk entscheiden, könnte innerhalb kürzester Zeit der ganze Dorfplatz abdeckt sein“, so Jens Könnig. Und dass wäre für Unternehmer, Touristen und Gäste sicherlich genauso interessant wie für die Elteraner.










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