Mittwoch, 12. April 2017

Der Krötenzaun steht wieder


-krk- Für Kröten und Frösche ist das Leben in Elte ab sofort sicherer – dank des Einsatzes von Ehepaar Popp-Drescher, einiger fleißiger Kinder und zahlreichen Erwachsenen.
Die
Temperaturen steigen - und seit dem Wochenende ist dafür gesorgt, dass Kröten bei ihrer Frühjahrswanderung zwischen Wald und Laichplatz nicht unter Autos ihr Leben lassen müssen. Rund 15 Helfer halfen dabei den „Krötenzaun“ an der „Südstraße“ zu installieren. 

Dafür schleppten die Helfer, darunter auch fünf Mädchen und Jungen Baumaterial, Gartengeräte und Brauchbares herbei. Jung und Alt hatten sich viel vorgenommen: Ein mehrere hundert Meter langer Schutzzaun musste aufgestellt, Fangeimer eingegraben und so ein Beitrag für den Naturschutz geleistet werden.

Die Helfer wollen so ein Drama verhindern. Denn in jedem Frühjahr wurden immer wieder Frösche und Kröten an dieser Stelle Opfer des Straßenverkehrs: Sobald es Frühling wird, die Tage wärmer werden und die Luft vom Tau feucht ist, machen sich die Kröten auf den Weg zu ihren Laichgewässern. In Elte wandern die Amphibien aus den angrenzenden Sanddünen und Waldgebieten zum nahe gelegenen Teich. Dabei müssen sie die Straße überqueren, was für viele oftmals tödlich endete. 
Schon seit sechs Jahren sorgt Sigrid Popp dafür, das der Krötenzaun aufgestellt wird. Zu Anfang nur mit Unterstützung ihres Ehemanns Siegfried. In den folgenden Jahren halfen dann schon einige Nachbarn und deren Kinder mit. „Inzwischen ist es so, das ich nur noch kurz Bescheid gebe wann wir den Zaun aufstellen wollen und schon eilen viele Helfer zu unser Unterstützung herbei. Das ist wirklich eine große Erleichterung“, berichtet die Tierfreundin glücklich. Wie viel Meter Zaun sie inzwischen aufstelle, wisse sie gar nicht so genau. „Aber es ist fast in jedem Jahr ein Stückchen mehr geworden“, versichert die Elteranerin. 
Die Erdkröten kriechen dann an dem Zaun entlang und fallen schließlich in einen Eimer, aus denen sie sich nicht selbst befreien können. Helfer kontrollieren morgens und abends die Auffangbehältnisse und tragen die Kröten auf die andere Straßenseite zum Teich. Das macht natürlich vor allem den Kindern viel Spaß. Nachbarsjunge Johannes Brammeyer kennt sich inzwischen gut aus und stellt sich gerne keck vor die ganze Kindergruppe und referiert, wie die Kröteneier, der Laich, überhaupt aussieht: „Die Kröten laichen Ketten, die Frösche Klumpen.“ Er weiß eben Bescheid. 

Aber auch Mama Britta, Papa Uwe und seine kleinen Schwestern Eva (8) und Lotte (3) helfen im Rahmen ihrer Möglichkeiten beim Aufstellen des Zaunes und dem Einsammeln der Kröten. Ist das nicht eklig, so eine glibberige Kröte anzufassen? Die Kinder bleiben da ganz cool. Schließlich haben sie das ja schon mal gemacht. „Die sind gar nicht glibberig“, sagt Johannes altklug. Auch seiner Schwester Eva macht das nichts aus: „Die sind ein bisschen kalt am Anfang, aber dann geht’s“, sagt sie.

Auch die Technischen Betriebe Rheine haben in diesem Jahr frühzeitig reagiert und stellten Hinweisschilder auf, so das die Autofahrer auf die Krötenwanderung entsprechend reagieren können. Dank der vielen Helfer stand, nach nur einer knappen Stunde, schon Dreiviertel des Zaunes und als dann auch noch Gisela und Ulrich Röhling wieder belegte Brötchen und heißen Kaffee brachten, war klar: „wir machen erst mal Pause.“ Da Helfer Peter Lassau, wie im vergangenem Jahr auch, wieder Grillfleisch besorgt hatte, musste wirklich keiner der ehrenamtlichen Helfer, nach getaner Arbeit, hungrig nach Hause gehen.


Bei so einem gemeinsamen Abschluss kann man gleich besprechen wer als Erster die Eimer leeren soll“, sagt Sigrid Popp lachend. Denn die Tierfreundin hat die Wetterprognose fest im Blick. Warm genug sei es schon und beim nächsten kräftigen Regenguss ginge es sicher so richtig los. „Wir freuen uns, wenn wir in den nächsten Wochen viele Kröten und Frösche retten können. Dann hat sich die Arbeit doch wieder für alle gelohnt!“

Auch für den Abbau des Zaunes, in einigen Wochen, werden wieder fleißige Helfer gesucht. Wer also mitmachen möchte kann sich gerne bei Sigrid Popp melden.



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