Donnerstag, 29. Juni 2017

Führung "Wunderwelt der Bienen und Schmetterlinge"


-krk-. „Damit möglichst viele Menschen die Wunderwelt der Bienen und Schmetterlinge erleben können, führen wir Heimatfreunde, mit sachkundigen Mitgliedern des Naturschutzbundes(Nabu), gerade Streifzüge durch
das Dorf Elte durch“, sagt Dr. Reinhold Hemker stolz. Gerade erst erlebten die Gäste vom VdK Mettingen und die Schüler der Johannes-Grundschule aus Mesum am Naturlehrpfad am Mühlenbach eine solche Führung. Der sachkundige Förster Egon Stienemann übernahm dabei die Fühung. „Der Naturlehrpfad am Furtweg hat eine besondere Bedeutung für Insekten denn auch der Wald hält mit Weide, Kirsche, Faulbaum, Robinie und Efeu ein breites Nektarangebot bereit“, sagte der Förster. Unterstützung hatte Stienemann bei seiner Führung aber auch durch weitere Heimatfreunde wie Dorfimker Herbert Bülter und Nabu- Experten Winfried Grenzhäuser. „In den letzten 30 Jahren ist die Vielfalt und Menge der Insekten dramatisch um ganze 80 Prozent zurückgegangen“, erklärte Grenzhäuser. Darum könne man schon von einer Armut an Bestäubern sprechen.

Das gerade Elte für eine solche Führung ausgewählt worden sei, läge an der vielfältigen strukturierten Kultur und Naturlandschaft des Dorfes. Während der Erkundung wurde der Blick der Heimatfreunde für das Zusammenspiel von Pflanzen und Bienen geschärft. Denn Bienen und Schmetterlinge brauchen ein durchgängiges Angebot an Nektar und Pollen, sowie entsprechende Nistmöglichkeiten. Imker Herbert Bülter machte die Gäste auf die Bruchsteinmauern mit dem blühenden Zimbelkraut und die vorgelagerten Wegränder mit Schöllkraut und Taubnessel am Heimathaus aufmerksam. Und die üppig blühenden Vorgärten, in exponierter Südlage am Ludgerusring direkt hinter der Kirche, wurden besonders von dem Dorfimker gelobt. Seien sie doch ein starker Insektenmagnet. Beim großblütigen Rhododendron konnte dann auch die Futtersuche von Hummeln und Bienen bestaunt werden.

Zum Programm gehörte auch die Darstellung der geschichtlichen Bedeutung der Ludgeruskirche. Die Erläuterungen hierzu übernahmen Theo Weischer und Helmut Kellers. Auch der Friedhof wurde besichtigt. Mit seinen Hecken und Bäumen und einer Vielfalt von Blumen böte er den Blütenbesuchern ganzjährig ein Nektar und Pollenangebot. Leider musste die Heimatfreunde feststellen, dass der belebten Natur durch hier gestaltete Stein- und Kieswüsten der Boden entzogen wird. Im Anschluss daran wurde der Garten von Kerstin und Reinhold Hemker vorgestellt. Die naturnahe Gestaltung mit Trockenmauer aus Naturstein, die Wasserlandschaft mit Uferbepflanzung, deren vielfältige Blütenpflanzenwelt und die offene Wiese umsäumt mit dichten Heckenpflanzen kam bei den Besuchern gut an. „Das ist ein idealer Aufenthaltsort für Insekten aber auch der Mensch kann hier die Seele baumeln lassen“, erklärte Herbert Bülter.

Zum weiteren Programm gehörte dann auch das beeindruckende urige Dünenfeld am Hellhügel mit dem originären Eichen- und Birkenwald und den eingestreuten Wacholderbüschen, als Relikte der Waldweidewirtschaft. Hier würde darüber nachgedacht, auf den Kreis als Besitzer dieser Fläche einzuwirken, den Baumbestand aufzulockern und die Grasnarbe aufzureißen, um die ehemalige Lichtrasen-Flora wieder entfalten zu lassen. Am Heimathaus gab es dann auch noch einen Blick in das Leben eines Bienenvolkes. In aller Ruhe konnten Waben mit ansitzenden Bienen betrachtet werden: Bieneneier als Stifte auf dem Boden der Zelle, Rundmaden, die als Streckmaden in die Verpuppung übergehen, um dann als fertiges Insekt zu schlüpfen.

Nach der Führung war allen Besuchern klar: Bienen, Hummeln und Schmetterlinge haben eine große Bedeutung für die Vielfalt und Erhaltung der Natur. Dazu gehören, wie es Dr. Reinhold Hemker für den Nabu-Kreisverband sagte, die ökologische Gestaltung der dafür wichtigen Gärten und der Schutz der Natur unter Einbeziehung der Vermeidung weiterer Schaffung von Steinwüsten.

Zum Abschluss der Führung wurde noch auf zwei geplante naturkundliche Führungen mit Winfried Grenzhäuser, im Naturschutzgebiet im Bereich der Ems und eine Führung durch die Pilze hingewiesen.
Anfragen für weitere thematische Führungen können an Herbert Bülter, Tel.05975 570, Mail :herbu@osnanet.de und Dr. Reinhold Hemker, Tel. 0171 2658989, Mail: hemke_00@uni-muenster.de. gerichtet werden.


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