Freitag, 7. Juli 2017

Die Fuchsien von Albert Wieskötter



-krk- Über Elte ist kein noch so kleines Wölkchen zu erspähen. Die Himmelsdecke ist azurblau, es weht ein leichter warmer Sommerwind. Stimmen, Musik oder Fahrzeuglärm sind nicht zu hören. Es ist friedlich und still. Allein die
Vögel singen und allerlei Insekten fliegen summend oder brummend umher. 
 
Vor dem Haus schwingt Albert Wieskötter den Besen und kehrt die Einfahrt. „So viele Blumen machen auch viel Arbeit“, sagt er. Gemeint sind die zahlreichen Fuchsien die Topf an Topf und Kübel an Kübel in seiner Einfahrt stehen. Doch als der Fuchsien-Freund auch Einblick in seinen Garten gewährt, eröffnet sich erst hier das wahre Fuchsienparadies. Vor dem Gewächshaus stehen zahlreiche Kübel des Nachtkerzengewächses, vor und hinter und natürlich auch seitlich neben der Garage sieht man ebenfalls Fuchsien, auf der Terrasse, im Garten selbst und egal wohin der Blick auch fällt überall – Fuchsien.
Es überrascht nicht, dass sich Wieskötter die Fuchsie zur Lieblingspflanze auserkoren hat. Nur wenige Sommerblüher können mit ihrer Blühkraft an sonnenarmen Standorten mithalten und die Sortenvielfalt, einfach oder gefüllt, ist riesig. Über 80, zu meist selbst gezogene Pflanzen, hat der 62-Jährige inzwischen auf seinem Grundstück stehen. Darunter auch einige die 25 Jahre alt sind. Diese haben kein dünnes Stämmchen mehr sondern einen richtigen armdicken Stamm.

Wie viele verschiedene Sorten er hat, kann er gar nicht genau sagen aber er schätzt „es müssten so um die 20 sein“. Dass derart viele Fuchsien richtig viel Arbeit machen ist klar. Doch diese nimmt der „Fastrentner“ gern in Kauf. Derzeit gilt es vor allem, die Bewässerung zu gewährleisten. Der hauseigene Brunnen gäbe gerade genügend Wasser ab, um dieses ohne große Kosten gewährleisten zu können. Zudem geht Wieskötter regelmäßig eine Pflanze nach der anderen durch, knipst hier und da Verblühtes ab und überprüft die Fuchsien auf etwaige Schädlinge. Abgebrochene Zweiglein drückt er gleich wieder in einen der vielen Fuchsientöpfe, wo dieser Wurzeln schlägt und somit eine neue Fuchsie entsteht. So vermehrt sich der Bestand kontinuierlich weiter. Kaum einer der Stecklinge ginge nicht an. „Das liegt wohl an meinem grünen Daumen“, sagt der Elteraner schmunzelnd.

Die meiste Arbeit steht jedes Jahr im Herbst bevor. Dann, wenn die zahlreichen Pflanzen vor der Kälte geschützt, verschnitten und unter anderem in den Keller, zum überwintern gebracht werden müssen. „Dann hab ich kaum Zeit für was Anderes“, sagt Albert Wieskötter und fährt lachend fort: „Ich hoffe das ändert sich im nächsten Jahr, dann bin ich endlich Rentner und kann mich voll und ganz meinen Fuchsien widmen.“
Jetzt aber ist erst einmal die Zeit dafür, sich an der Blütenpracht zu erfreuen. Von der gemütlichen Terrasse aus, hat man einen schönen Blick auf die Fuchsien. „Es ist nur, wenn ich dort sitze, sehe ich immer etwas, das zu erledigen ist. Die eine Fuchsie bräuchte ein Stöckchen, bei der anderen müsste Verblühtes abgemacht werden...“


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