Samstag, 11. Mai 2019

Lesenacht der KÖB Elte

-krk- Tagsüber mag die Bibliothek ein Ort der Stille sein. Nachts aber wird sie zum abenteuerlichen Schauplatz von verhexten Tänzen, hüpfenden Fröschen, Forschungsexpeditionen, gruseligen Gespenstern und Liebesgeschichten. Zumindest wenn Andrea Pohlmeyer und das Team der
Katholischen Öffentlichen Bücherei (KÖB), wie am vergangenem Freitag, zur Lesenacht einladen. Diesmal durften sich 21 Kinder über das besondere Gänsehautfeeling freuen.

Das Gemeindezentrum und die Bibliothek, die mit ihren vielen kinderfreundlichen Ecken genügend Platz dafür bietet, ist bestens für ein solches Projekt geeignet. Zu Beginn sind alle Kinder noch sehr aufgeregt, schließlich gilt es die Fragen zu klären, wer wo schläft und was die anderen alles für die Aktion mitgebracht haben. Schnell wuchsen mithilfe von Matratzen, Bettdecken und Kuscheltieren urgemütliche Schlafstätten.
Nach dem Kennenlernspiel werden die Kid´s in sechs Gruppen eingeteilt, da gibt es die Grusel- , Märchen-, Liebes-, Tier-, Technik- und Zauberbücher. Die Kinder wuseln aufgeregt hin und her, doch beim Betreten der stark abgedunkelte Bücherei machen sie große Augen und nehmen respektvoll, da sie ja „Bücher“ darstellen, streng nach Bibliotheksmanier in ihren Regalen (auf dem Boden) Platz. Kurz darauf öffnet sich die quietschende Tür der Bibliothek und Nachtwächterin Amelie leuchtet mit ihrer Lampe in alle Ecken und schaut nach dem Rechten. Stehen auch alle Bücher richtig? Ist da etwa ein Buch aus dem Regal gefallen? Nein, alles in Ordnung. Die Nachtwächterin nimmt ein Buch aus dem Regal und lässt sich das Märchen von „Dornröschen“ vorlesen. Bevor sie ihren Kontrollgang wieder aufnimmt und die anderen Räume des Gemeindezentrums inspiziert, gönnt sie sich noch die Liebesgeschichte von „Rosalie und Trüffel“.
Nur kurz darauf hören die „Bücher“ das laute Schlagen einer Turmuhr. Der letzte Schlag der Glocke verhallt und nun ist sie endlich gekommen - die geheimnisvolle Stunde, in der die Bücher zum Leben erwachen. Und tatsächlich bei den Gruselbüchern tut sich was. Die Gespenster steigen aus ihren Büchern, recken und strecken sich, schütteln sich den Staub von ihren Gewändern, klirren mit ihren Ketten und heulen durch die Regale. (Alle Gruselbücher-Kinder strecken sich und fangen lautstark an zu spuken). Die Märchen schlafen noch, träumen aber schlecht, irgendetwas stört, etwas kleines, hartes, das zwickt und zwackt. Die erste Prinzessin wacht auf und weckt die anderen. Beim spielen fällt die goldene Kugel in den Brunnen und alle Prinzessinnen verwandeln sich auf einmal in Frösche, sie hüpfen quakend durch die Bücherei und… wieder zurück ins Regal. Die Liebesromane kuscheln sich aneinander. Einer ist tieftraurig. Er hat sich verliebt, und zwar in ein attraktives Technikbuch. Die anderen Liebesromane holen es und die beiden küssen sich.
Plötzlich kommt ein Sturm auf und ein Windstoß weht ein Fenster auf und bläst alle Bücher aus den Regalen. Die Kinder purzeln in der Bücherei herum. Da kommt zum Glück Nachtwächterin Amelie, sie macht schnell das Fenster zu und stellt alle Bücher wieder zurück. „Ich bin doch nicht der Büchereinräumer!“, schimpft sie und verlässt gleich darauf die Bücherei.
Jetzt werden Tierbücher durch eine Fledermaus geweckt. Sie flattern und hüpfen durch den Raum und ärgern die anderen Bücher, bis sie wieder zu ihrem Regal zurückkehren. Da fährt ein Blitz in das Regal mit den Technikbüchern! Die Maschinen und Roboter werden zum Leben erweckt, sie quietschen und scheppern bis sie keinen Strom mehr haben. Die Hexen in den Zauberbüchern lassen die Gruselbücher Grimassen schneiden. Die Märchenbücher werden zu Katzen verzaubert und fangen an, laut zu miauen. Vor lauter Miauen bekommen die „Bücher kaum mit das eine der Hexen die Liebesromane sich umarmen läst und sich die Tierbücher sich wie die Bremer Stadtmusikanten aufeinander stellen müssen. Was für ein Chaos! Doch langsam wird es hell, alle Bücher huschen zurück in ihre Regale und die geheimnisvolle Stunde vorbei.
Danach sind die Kinder total aus dem Häuschen und sprühen vor Tatendrang. Zusammen mit dem Büchereiteam unternehmen die Kid´s noch eine Wanderung durch das Dorf. Sie machen Halt am Naturlehrpfad und auf dem Schulhof, wo Anja ihnen jeweils eine Geschichte vorliest. Bevor es zum Gemeindezentrum zurück geht, ist aber erst noch einmal spielen angesagt. Nach einer kleinen Stärkung machen es sich die Kinder nun mit ihren Kuschelsachen gemütlich und Amelie, Laura und Andrea lesen, zum Abschluss der tollen Aktion, noch drei weitere Geschichten vor.


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