Montag, 24. Juni 2019

Besuch vom Bürgertreff Rheine bei der Bürgerinitiative Dorf.Land.Zukunft.

 -krk- Die Bürgerinitiative Dorf.Land.Zukunft. (DLZ) ist vielen inzwischen in Rheine und auch darüber hinaus ein Begriff. Um nun mehr über die Initiative zu erfahren, besuchte eine Delegation des Bürgertreff Rheine, in der vergangenen Woche, das schöne
Dörfchen Elte. Bei einem Dorfrundgang mit einigen Akteuren der Initiative wurden bereits umgesetzte Projekte sowie auch Ideen für weitere gemeinsame Aktionen von Vereinen, Stadtteilbeirat und DLZ vorgestellt. 


Nachdem sich die Mitglieder der Bürgerinitiative, Judith Schulte-Walter, Andre Fendesack, Karin Kühling und Gertrud Vater, der Delegation vorgestellt hatten, machte man sich gemeinsam vom Dorfplatz in Richtung Schule auf den Weg. Dort ergriff die 2 .Vorsitzende, Judith Schulte-Walter das Wort und berichtete von den Anfängen der Initiative: „Als 2013 die Schulschließung drohte wollten wir das nicht einfach so hinnehmen, denn nimmst du einem Dorf die Grundschule und den Kindergarten, nimmst du seinen Kindern die Chance der frühen Entdeckung und örtlichen Verwurzelung von Heimat und Gemeinschaft.“ Nicht nur die betroffenen Eltern seien wütend gewesen, sondern ganz Elte bemerkte plötzlich - es ging um mehr als ein Schulgebäude – es ging um Elte - denn stirbt die Schule, stirbt das Dorf!
Um dieses Schicksal abzuwenden, schloss sich das gesamte Dorf zusammen, behauptete sich als Dorfgemeinschaft um gegen die Planung der Stadt zu protestieren. „Was uns auch gelungen ist“, erklärt Schulte-Walter stolz. Denn bereits im März konnte bekanntgegeben werden, dass aus der Ludgerusgrundschule eine Verbundschule mit der Johannesschule Mesum entstehen würde.
Das war für uns ein Kompromiss mit dem wir alle leben konnten“, sagt die Vorsitzende des Stadtteilbeirats Elte, Gertrud Vater. Um die dabei entstandene Motivation und Energie jetzt nicht verpuffen zu lassen, lud Dorf.Land.Zukunft. zur ersten Dorfkonferenz ein. Dort zeigte sich dass die Elteraner Lust hatten die Zukunft des Dorfes selbst zu gestalten. Insgesamt 11 Projektgruppen wurden gegründet, die sich zum Beispiel um die Nahversorgung, Tourismus, Kindergarten und Schule, Wirtschaft, Kommunikation, Wohnen im Alter, Begegnung zwischen Jung und Alt, Bauen in Elte, Kinder und Jugendliche, das Vereinsleben und die Nahversorgung kümmerten. Einige dieser Gruppen seien derzeit nicht mehr aktiv, doch auch eine neue Projektgruppe „Klima Umwelt/Mitwelt und Naturschutz“ habe sich inzwischen gegründet. Diese initiierte insgesamt drei Blühwiesen und gerade erst, konnte ein großes Insektenhotel mit dazu passender Infotafel aufgestellt und eingeweiht werden.
Da man sowieso schon auf dem Schulgelände unterwegs war, führten die DLZ-Mitglieder die Delegation auf ein Grundstück in unmittelbarer Nähe, auf dem ein weiteres Projekt der Bürgerinitiative geplant ist - das „Dorflab“. Dabei handelt es sich um ein Kreativlabor zur Stärkung der Zukunftsqualifikationen von Jugendlichen und der Schaffung einer Innovations und Kommunikationsplattform für Freiberufler, Startups, Vereine und Entwicklungsinitiativen im ländlichen Raum, das hier entstehen soll. 
 Nun ging es in Richtung des Dorfladens „Mal eben zu Homann“. Auf dem Weg dorthin erklärte Vater: „ Elte ging es vor einigen Jahren wie vielen anderen Dörfern hierzulande: Nahversorgung? Fehlanzeige.“ Durch die erste von DLZ durchgeführte Dorfkonferenz sei es gelungen die Mitmach-Werkstatt „Nahversorgung“ zu gründen, der es in kurzer Zeit gelang, mit Hilfe des Heimatvereins Elte und der Tankstelle Homann, einen Dorfladen in Elte zu integrieren. 
Inzwischen war man am Dorfladen angekommen wo die Delegation von Isabel Pludra, der Geschäftsleiterin des Dorfladens, herzlich begrüßt wurde und die die weitere Führung übernahm. „Wir hatten sowieso eine Renovierung und Erweiterung für unsere Tankstelle geplant und haben uns dann überlegt das Sortiment noch weiter aufzustocken“, erklärte die junge Frau. Und so bietet der Dorfladen heute Fleisch, Joghurt, Brötchen, Zeitungen, Kuchen, Getränke etc. an. Auch Neuigkeiten erfährt man hier, denn an der DLZ-Pinnwand können Elteraner nach Dingen suchen oder diese auch anbieten.
Dann berichtete Karin Kühling, die unter anderem auch in der Projektgruppe „Jung und Alt“ tätig ist, von der Filmvorführung „Die Drei von der Tankstelle“. „Wir hatten schon öfter die Aktion „Ein besonderer Film an einem besonderen Ort“, es gab bereits ein Open-Air-Kino, in der Kirche hatten wir zwei weitere Vorstellungen, auch bei der Feuerwehr und in der Scheune von Helmut Schulte Walter haben wir schon Filme gezeigt, aber hier bei Homann an einer Tankstelle, dass war für uns wirklich etwas ganz besonderes“, zeigte sich Kühling auch heute noch begeistert.
Während man sich nun auf den Weg zum Heimathaus machte berichtete das Vorstandsmitglied vom DLZ-Ferienprogramm dass in diesem Jahr, in Zusammenarbeit mit dem jfd Rheine, dem HOT, der Karnevalsgesellschaft Elte und der Katholischen Öffentlichen Bücherei, bereits zum 4 Mal stattfindet. 


Gertrud Vater wies noch auf die „Mitfahrbänke“ hin die in Zusammenarbeit mit der „Osterfeuergruppe“ rund um Maik Bischof entstanden sind. Auch die Aktion „Energie für Elte“ einer tollen Veranstaltungsreihe mit Energie-Beratung von 120 Haushalten in Elte, regelmäßigen „Kneipenträllerabenden“ und das Sommernachts-Festival mit der spektakulären Lichtillumination wurden erwähnt. Dann erzählte Andre Fendesack von Eltes Weihnachtsbaummarkt, für den er und sein Team, acht neue Weihnachtshütten gebaut haben und dieses mit einem Crowdfunding – Projekt innerhalb kürzester Zeit durch Spenden der Elteraner finanzierten. 
Auch das Kartoffelfest schnitt Fendesack an, an deren Organisation er entscheidend beteiligt ist: „Seit 25 Jahren hat der Heimatverein das traditionelle Fest zu einem Publikumsmagneten gemacht, wir möchten nun, mit Hilfe einiger Elter Vereine, versuchen dieses weiterhin fortbestehen und dabei auch Neues einfließen zu lassen.“
Zum Abschluss des Rundgangs konnten bei einer Tasse Kaffee und selbst gebackenen Kuchen die Erfahrungen aus dem Prozess der letzten Jahre vertieft und Anregungen für die weitere Arbeit ausgetauscht werden.




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