Freitag, 28. Februar 2020

Endlich ein Krötenzaun am Hermannsweg in Elte

-krk- „Wir haben jetzt endlich einen Krötenzaun!“, freut sich Gudrun Jesse. Sie ist Anwohnerin am Hermannsweg und beobachtet schon seit einigen Jahren dass dort immer mehr Kröten überfahren werden. Im letzten Jahr
haben wir mit nur ein bis zwei Leuten die Strecke abgelaufen und die Kröten aufgesammelt, das war aber deutlich zu wenig Hilfe“, betont Jesse.
Zusammen mit der Bürgerinitiative Dorf.Land.Zukunft. (DLZ) und der finanziellen Unterstützung des Kreis Steinfurts und der Stadt Rheine, gelang es der Naturschützerin einen Krötenzaun zu erwerben. Dieser musste gerade ganz schnell aufgebaut werden, da die Kröten in diesem Jahr besonders früh wandern. „Der Zaun war gerade erst geliefert worden“, berichtet die ehemalige Gymnasiallehrerin.
Erstmalig konnte Jesse bereits Ende Januar erste Amphibien beobachten. Mitte Februar waren es schon einige Tiere mehr. Bei Nachttemperaturen ab etwa 10 Grad und Regen sind viele Kröten und Frösche nicht mehr im Winterversteck zu halten: Sie sind auf Liebe eingestellt und machen sich auf den Hochzeitszug zu den Laichgewässern. Amphibien zieht es stets zu dem Teich, Tümpel oder See, in dem sie zur Welt kamen. Wenn sie dabei Straßen überqueren müssen, endet die Wanderung oft tragisch. Dass liegt vor allem daran, das die Kröten bei niedrigen Nachttemperaturen noch etwas klamm sind. So dauert es lange, bis sie die Straße überquert haben, manchmal zehn Minuten oder eine Viertelstunde. Dann passiert’s natürlich, dass sie überfahren werden

Dass die Wanderung in Schüben und so überraschend einsetzte, machte die Planung für den Aufbau nicht gerade einfach“, erklärt Gudrun Jesse. Zumal am letzten Wochenende in Elte Karneval gefeiert wurde. Trotzdem seien elf freiwillige Helfer so nett gewesen und hätten ihr geholfen. Das bedeutete jede Menge schweißtreibende Arbeit. Denn der etwa 50 Zentimeter hohe Zaun musste auf einer Länge von 1000 Metern nicht nur aufgestellt sondern auch etwa 10 Zentimeter tief im Boden vergraben werden. 
„Das Eingraben ist wichtig – sonst schlüpfen die Kröten unter den Zaun hindurch“, weiß die Biologielehrerin. Hinzu kamen noch die 50 Eimer die alle 10 bis 15 Meter eingegraben werden mussten, um die Kröten die am Zaun entlang wandern, aufzufangen. „Ich bin den Helfern so dankbar denn das Eingraben gestaltete sich weit schwieriger als erwartet“, sagt Jesse. Unter der Grasnarbe habe sich sich jede Menge Schotter verborgen und hinzu kam noch der schneidend kalte Wind.

Wer jetzt denkt die Arbeit ist damit getan, der irrt sich. Denn es müssen noch Amphibien-Warnschilder aufgestellt, und was noch wichtiger ist, die Eimer müssen mehrmals täglich kontrolliert werden. Jede Kröte und jeder Frosch, die in den Auffangeimern gepurzelt ist, muss nun sicher über die Straße zu seinem Laichgewässer getragen werden.

Die Tierliebhaberin sucht nun noch weitere ehrenamtliche Helfer die sie bei dieser Tätigkeit unterstützen. Bei der Gelegenheit sollen auch gleich die Amphibien gezählt und Art und Geschlecht bestimmt werden. „Es wäre toll, wenn sich vielleicht auch einige Anwohner daran beteiligen könnten“, hofft Gudrun Jesse. Wer beim Krötenschutz helfen möchte kann sich bei DLZ- Vorstandsmitglied Karin Kühling unter Tel.: 05975 9191966 melden.

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