Mittwoch, 6. Mai 2020

1400 Kröten am Hermannsweg in Elte gerettet

-krk- Hunderte überfahrene Kröten, am Hermannsweg in Elte, in den vergangenen Jahren, ließen nicht nur die Naturschützerin Gudrun Jesse sondern auch die Bürgerinitiative Dorf.Land.Zukunft. aufhorchen. Zusammen mit insgesamt 15 Helfern stellte Jesse deshalb bereits
im Februar 700 Meter Krötenschutzzaun, die vom Kreis Steinfurt und der Stadt Rheine gefördert wurden, auf. Inzwischen wurde der Zaun auch schon wieder abgebaut.
Durch den Schutzzaun konnten im Laufe von vier Wochen über 1400 Tiere vor dem Strassentod bewahrt werden. Da es beim Zaun (..,aufgrund von Privat-Zufahrten...) auch Lücken gab, war es leider nicht möglich alle Amphibien zu schützten. Insgesamt wurden 29 Tiere überfahren, das sind jedoch nur etwa 20 Prozent der im Vorjahr getöteten Tiere.
Zahlreiche Helfer (darunter auch viele Kinder) kontrollierten regelmäßig die über 40 Falleimer und brachten die Erdkröten, Frösche und Molche in die nahe gelegenen Teiche. Nach dem Ablaichen wanderten inzwischen auch zahlreiche Erdkröten wieder zurück in ihr Sommerquartier. Die Beobachtung von Rückwanderern, inzwischen viel mobiler als auf dem Hinweg zum Zielort Teich, zeigte, dass sie den feinmaschigen und schräg gestellten Schutzzaun leicht überwinden konnten um in den eigentlichen Lebensraum, den feuchten Auwald, zurück zu gelangen.

Erst im Alter von drei Jahren beginnen die Männchen mit der arttypischen Wanderung, bei den Weibchen geschieht das erst mit 4 - 5 Jahren. Dazu muss man wissen das sich ein Weibchen in der Regel in seinem ganzen Leben nur ein einziges Mal fortpflanzt!“, erklärt die pensionierte Gymnasiallehrerin. Und da sich Kröten durch ihre Laichplatztreue auszeichneten, kehrten sie immer wieder zu dem Gewässer zurück, in dem sie geboren wurden. Untersuchungen hätten ergeben, dass die Distanzen zwischen Winterrevier, Laichgewässer und Sommerrevier etwa 1 Kilometer betrage, aber auch bis zu 3 Kilometer seien vorgekommen. Das es in den Erdkröten-Populationen mehr Männchen als Weibchen gäbe hätte sich auch in der bisherigen Sammelstatistik in Elte gezeigt.
Die Vermehrung der Erdkröte geschähe durch äußere Befruchtung. Während die weiblichen Tiere die Laichschnüre ausschieden, gäben die Männchen die Spermien frei darüber ins Wasser ab. Die bis zu fünf Meter langen Laichschnüre enthielten 2000 bis 4000 Eier und würden von den Weibchen unter Wasser an Pflanzenstrukturen geheftet.
Die weitere Entwicklung von der Eizellen bis zur fertigen Kröte sei stark temperaturabhängig und dauere zwischen zwei und vier Monate. Aus den befruchteten Eizellen entwickeln sich kleine Kaulquappen, diese bekommen Lungen und Beine und der Wechsel vom Wasser - zum Landleben wird vollzogen. Die Jungtiere verbleiben zunächst im Bereich des Laichgewässers.

Die Erdkröte (Bufo bufo), die Amphib des Jahres 2012 war, gilt noch nicht als bedroht. Im Gegensatz dazu gehört die Kreuzkröte (Epidalea calamita) jedoch zu den bedrohten Arten. Kreuzkröten beginnen ihre Wanderung zu den Laichgewässern erst vier Wochen später als Erdkröten. Wahrscheinlich wurde auch eine davon in Elte entdeckt, Jesse hofft dies im nächsten Jahr weiter belegen zu können.


Das war aber nicht die einzige Besonderheit“, berichtet die Elteranerin, „einen Froschkönig und einen „Steinfrosch“ haben wir auch noch gefunden.“ Wer jetzt deshalb erst einmal ins Grübeln kommt und denkt den Froschkönig gibt es doch nur im Märchen – weit gefehlt! Jemand aus der Facebook-Gruppe „Rheiner Steine“ hatte mit Fröschen bemalte Steine in den Fangeimern ausgelegt. Das Tolle daran - wer sie findet, darf sie behalten oder wieder an einen anderen Ort legen. „Darüber haben sich vor allem die Kinder gefreut aber auch Kerstin Panhoff, die 1. Vorsitzende des Naturschutzbundes des Kreisverbandes Steinfurt (NABU), die bei einer Eimerkontrolle den Froschkönig fand“, erzählt Jesse.

Mitte Juni beginnt übrigens die Rückwanderung der Amphibien, der Jungkröten und jungen Frösche. Dann verlassen auch die erwachsenen Molche das Laichgewässer, ihr Nachwuchs tummelt sich allerdings noch bis September im Teich.

Insgesamt über 1400 Kröten, 25 Frösche und sogar 10 Molche konnten wir über die Straße helfen“, freut sich Gudrun Jesse und dankt dabei noch einmal den ehrenamtlichen Helfern: „Ohne die tatkräftige Unterstützung wäre dass alles gar nicht möglich gewesen. Schön das wir in Elte noch so einen Zusammenhalt haben!“









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